Montag, 29. August 2011

Die Staatsanwaltschaft und google

Wer vor einer Zeit die Adresse der Hamburger Staatsanwaltschaft suchte, der fand bei Google einen Link zu einer Schmähseite. Diese trug den bezeichnenden Titel "vor-verurteilung", und ist nun gesperrt.

Google hat sich nun bei der Hamburger Staatsanwaltschaft freundlich entschuldigt, das Hamburger Abendblatt berichtet hier. Grund sei wohl ein Computerfehler gewesen, so heißt es.

Herr Möllers, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hamburg, weist im Interview darauf hin, dass durch diese Verlinkung eine Prangerwirkung entstehe, der man entgegentreten müsse.

Recht hat er. Wo kämen wir denn da hin, wenn die neutralste Behörde der Welt in Zusammenhang mit Vorverteilungen genannt würde.

Mittwoch, 17. August 2011

Über die Relativität von Erfolg

Wird einem Menschen die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen (§ 111a StPO), so kann man gegen diese Entscheidung Beschwerde einlegen.

Statistische Daten sind mir keine bekannt, aber natürlich hat längst nicht jede Beschwerde Erfolg. Umso mehr freut man sich als Verteidigerin, wenn eine Beschwerde erfolgreich ist. Schließlich hat man zuvor gegrübelt, sich Mühe gegeben, an Formulierungen gefeilt...

Meine Freude über erfolgreiche Beschwerden wird nun in Zukunft nicht mehr so hoch sein.

Habe ich doch gerade eine Akte in den Händen, in der der Mandant (vor meine Beauftragung) selbst Beschwerde gegen die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis eingelegt hat. Mit dünnen Worten ("Ich brauche aber mein Auto") und siehe da, das Landgericht gibt der Beschwerde statt und hebt den Beschluss des Amtsgerichts auf. Natürlich nicht, weil der Mandant sein Auto braucht, sondern mit einer anderen -zutreffenden - Begründung.

Für die mündliche Verhandlung sind das aber schöne Voraussetzungen.

Montag, 15. August 2011

Wer nicht fragt...

Die Mandantin beauftragt mich in der letzten Woche mit ihrer Verteidigung in einer Strafsache. Der Vorfall, der dem Strafverfahren zugrundeliegt, war im Januar diesen Jahres.

Ich nehme das Mandat an, beantrage Akteneinsicht und übersende - wie in Strafsachen üblich - eine Vorschussrechnung über die voraussichtlich anfallenden Gebühren.

Ups, denkt sich die Mandantin. Und dann denkt sich vermutlich auch, dass das ja ganz schön teuer sei. Aber, sie hat eine tolle Idee und schließt eine Rechtsschutzversicherung ab und verweist mich an diese. Natürlich lehnt die Versicherung die Gewährung von Rechtsschutz ab.

Eine kurze Frage vorher wäre sinnvoll gewesen. In einer Minute hätten wir klären können, dass der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung zumindest für diesen Fall nicht mehr sinnvoll ist..

Dienstag, 2. August 2011

Die rumänische Nummer

Bei meiner Sachverhaltsschilderung gestern habe ich ein Detail vergessen. Die angeblichen Gewinner wurden aus Rumänien angerufen (die Rufnummer wurde nämlich übertragen). Rückrufe funktionieren wohl nicht, dann piept es nur.
Die ominöse Nummer rief nun eben im Minutentakt auf der Leitung meines lieben Bürogemeinschaftskollegen an. Es wurde immer aufgelegt, sobald sich eine der Sekretärinnen meldete.

Klar, zwei genervte Anwälte ist besser als einer.

Vielleicht ist man aber auch schon auf der Suche nach einer Verteidigerin, wer weiß. Leider muss ich aber auf Vorkasse bestehen. Sicher ist sicher.

Montag, 1. August 2011

Erklärung

In den letzten Tagen sind bei der Rechtsanwaltskanzlei Alexandra Braun in Hamburg zahlreiche Anrufe von Personen eingegangen, die bei einem Gewinnspiel gewonnen haben sollen.

Die Anrufer teilten mit, dass sie von einer „Frau Schmidt“ angerufen worden sein. Diese habe sich als Mitarbeiterin der Rechtsanwaltskanzlei Alexandra Braun in Hamburg ausgegeben. Die Kanzlei Alexandra Braun sei damit beauftragt worden, das Gewinnspiel abzuwickeln.

Den Angerufenen wurde mitgeteilt, dass sie einen Betrag von 48.000,00 Euro gewonnen hätten. Um diesen Betrag zu erhalten, seien Anwalts- und Notarkosten in Höhe von 250,00 Euro mittels einer sogenannten Ukash-Karte zu zahlen. Diese Karte erhalte man an Tankstellen und man solle bei einem erneuten Anruf durch „Frau Schmidt“ den auf der Ukash-Karte abgedruckten Code mitteilen.

Frau Rechtsanwältin Alexandra Braun hat mit der Abwicklung eines solchen Gewinnspiels nichts zu tun, eine Frau Schmidt ist in der Rechtsanwaltskanzlei Alexandra Braun nicht bekannt. Der Name von Frau Rechtsanwältin Alexandra Braun wird ohne ihr Wissen und ihr Einverständnis verwendet.

Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt. Angerufene Personen sollten auf keinen Fall den Anweisungen folgen und insbesondere keine Ukash-Karte erwerben.