Dienstag, 25. Januar 2011

Moralisches Eigentum

Dem Mandanten wird Diebstahl vorgeworfen. Diebstahl eines Tieres. Das ist nicht zum Lachen, sondern eine ernste Sache. Es gab Zeiten, da wurde ein Pferdedieb gehenkt, nicht wahr.

Hier ist es aber kein Pferd, sondern ein Hund und die Verhältnisse rund um das Tier sind wegen einer Trennung etwas unerfreulich. Meine Frage: "Wem gehört das Tier denn?" konnte daher auch nicht so einfach beantwortet werden.

Die Antwort begann mit: "Also, moralisch gehört der Hund mir." Eine spannende Verteidigungsstrategie.

Kommentare:

  1. Im Mittelalter wurde sogar der Diebstahl von Bienenvölkern mit dem Tod bestraft.
    Die Zerstörung übrigens auch.

    Rein moralisch gehört die Deutsche Bank mir !

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  2. @ Axel John

    Wer bezahlt die Hundesteuer?

    Moralisch oder tatsächlich?

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  3. @ Anonym:
    Tatsächlich.
    Derjenige, auf dessen Name der Hund eingetragen ist, ist m.E. auch der Eigentümer im juristischen Sinne. Es gibt, soweit ich gehört habe, aber auch Urteile, wo der Hund demjenigen zugesprochen wurde, an den er die stärkere Bindung hat. Das ist m.E. die bessere Lösung, dürfte aber nur anhand eines Sachverständigengutachten zu ermitteln sein.

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  4. Ich fordere eine DDT für Hundeunterhalt...

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  5. Ich komme mal mit einer ganz gewagten Idee...

    Wer steht denn im Kaufvertrag?

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  6. Das Wort "moralisch" ist ja schon ein halbes Geständnis, sollte frau vielleicht nicht posten. Besser wäre "der Hund gehört mir", weil das oder das Urteil entschieden hat, der Hund entscheidet, wem er gehört. Ansonsten würde der Hund nach einem anderslautenden Zivilurteil selbstverständlich herausgegeben.
    Wäre eher Tatbestandsirrtum (= Freispruch) als Rechtsirrtum evt. Milderung) , bin mir aber nicht sicher.

    Wenn der StA schlau ist, stellt er es ein, mit dem Hinweis das die Eigentumslage für den Täter nicht klar war, Diebstahl Vorsatz erfordert und er einen Vorsatz erst dann zweifelsfrei bejahen kann, wenn ein zivilrechtliches Urteil zur Herausgabe des Hundes vorliegt.

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  7. @ RA Thomas Will: Oho...Abstraktionsprinzip...

    weder Kaufvertrag noch Hundesteuer führen hier zwangsläufig zum Ergebnis...können aber Indiz sein.

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  8. Bei Trennungen landen Tiere regelmäßig in Tierheimen, insbesondere Hunde leiden sehr unter dem „Rudelverlust“.

    Daher finde ich es erst einmal positiv, wenn ein Hund bei oder nach Trennungen bei einem Partner bleiben darf. Das sollte auch immer der sein, den das Tier bereits vorher als „Rudelführer“ anerkannt hatte.

    Natürlich muss auch die artgerechte Haltung und die wirtschaftliche Situation des zukünftigen Herrchens / Frauchens berücksichtigt werden, damit das Tier nicht irgendwann doch noch für den Rest des Lebens im Tierheim sitzt.
    Auch wenn Tiere rechtlich immer noch als Sache betrachtet werden, sollte hier das Wohl des Tieres im Vordergrund stehen.

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  9. moralisches eigentum am hund geht über analog 7. Gebot oder wie?

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