Sonntag, 5. Dezember 2010

Spruch des Wochenendes

Unterhaltung mit einem Kollegen über zahlungsunwillige Mandanten und den Standardsatz: "Sie haben doch nur ein Schreiben gemacht!"

Der Kollege: "Gebühren werden nicht verdient, Gebühren fallen an."

Kommentare:

  1. So sehen das die meisten Ihrer Kollginnen und Kollegen. Und da dürfen Sie sich auch nicht wundern, wenn die Branche im nicht-forensischen Bereich immer mehr Marktanteile verliert - z.B. an die Steuerberater, für die Dienstleistungsorientierung nicht nur ein Wort für Sonntagsreden darstellt.

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  2. @ Moneypenny (Nomen est Omen?)

    So sehen das nicht nur die meisten Kolleginnen und Kollegen, so sieht es vor allen Dingen das Gesetz.

    Und das Allermerkwürdigste an Ihrer Argumentation ist, dass die gesetzlichen Gebühren dem Mandanten nützen und nicht schaden.

    Ihr Vergleich mit den Steuerberatern ist da besonders haarsträubend, weil gerade die - im Gegensatz zu Rechtsanwälten - weitgehend abrechnen können wie sie wollen.

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  3. Mandanten mit einer Einstellung, wie sie Moneypenny beschreibt (also Dienstleistung ohne Gegenleistung), sollen sich gern von anderen bedienen lassen.

    Im übrigen ist § 9 RVG ein gutes Mittel, um diese Mandanten rechtzeitig zu erkennen und um solche Diskussionen vorn vornherein zu vermeiden.

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  4. @ Moneypenny
    Gehe ich richtig in der Vermutung, dass sie gerne mal Rechnungen schuldig bleiben ?

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  5. Schreib doch einfach 237 blödsinnige Schriftsätze, die Du als Textbaustein abspeicherst. Der 238. bringt dann die Sache auf den Punkt. Vielleicht erkennt der Mandant dann, wie viel Arbeit Du investiert hast --- und Du musst ihm nichts mehr erzählen über Studium, laufende Kosten, Fortbildungen, Durchschnittsbetrachtungen der RVG-Gebühren, etc. ...
    Schade, dass Leistung nicht anerkannt wird. Die Argumentation von moneypenny möchte Anwesenheit bezahlen, nicht Leistung (Arbeit / Zeit).
    Und im Übrigen: Ich biete Mandanten gerne Honorarvereinbarungen an --- bei einer Vergleichsberechnung ist mir allerdings aufgefallen, dass bei Stundensatzvereinbarung deutlich höhere Gebühren anfallen würden.
    Eigentlich finde ich Vorschußanforderungen nicht wirklich gut. Ich lasse lieber erbrachte Leistungen bezahlen. Aber derartige Mandanten zwingen uns dazu, unser wirtschaftliches Bestehen durch Vorschüsse abzusichern.

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  6. @moneypenny: Kollege Nebgen hat Recht. Gerade klagten Steuerberater hier, dass die meisten bis zumindest viele Honorarklagen gegen Mandanten im Prozess verloren gehen, weil die abgerechneten Gebühren halt "irgendwie nie so richtig zu den Gebührenziffern passen, und man daher die anfallenden Gebühren so irgendwie da in irgendeine Ziffer reinquetschen muß, oder auch irgendne Ziffer halt hinschreiben muß nur". Na, dann ists auch nicht leicht für uns, da noch die Honorarklagen gegen die StB-Mandanten zu gewinnen. Eigene Honorarklagen als Rechtsanwältin gegen Mandanten habe ich bisher noch nie verloren. Saubere beweisbare Dokumentation der Aufträge, klare Vergütungsvereinbarung, klare Mandatsbedingungen, saubere Führung des Aktenkontos zum Zeithonorar bzw. zum gesetzlichen Gebührentatbestand, und dann gehts.

    Außerdem dürfen Steuerberater keinerlei Rechtsberatung machen ausser eben der ihnen gerade mal gesetzlich erlaubten zur Steuergestaltung, somit geht auch nichts von Rechtsberatung an die StB verloren

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