Donnerstag, 18. November 2010

Zweite Meinung

Ein dringlicher Anruf, alles ganz eilig. Nach kurzem Zuhören wird mir auch das Anliegen des Anrufers klar: er hat einen Anwalt, hat den schon bezahlt und ist nicht zufrieden. Das dauert alles so lange, die Ermittlungsakte ist noch nicht da und der Anwalt meldet sich nicht, um mitzuteilen, dass die Ermittlungsakte noch nicht da ist.

Diese bohrende Gefühl des Zweifels möchte man nun bekämpfen und zwar durch Einholung einer zweiten Meinung - meiner Meinung. Bezahlen möchte man dafür aber nicht, denn der erste Anwalt hat ja schon genug Geld gekostet.

Einen kostenlosen Rat habe ich dem Anrufer aber geben können: Bei Unzufriedenheit sollte man erst einmal den eigenen Anwalt ansprechen.

Kommentare:

  1. Gegen solche Mandanten hilft nur eine prohibitiv hohe Vorschussforderung.

    AntwortenLöschen
  2. Und wenn man sich gar nicht einig wird oder der Auffassung ist, der RA hätte Mist gebaut, kann man sich von der RAK nochmal bestätigen lassen, dass das nicht der Fall ist ;)

    Naja, immerhin wollte der Anrufer nicht noch dafür Beratungshilfe....

    AntwortenLöschen
  3. Heute wurde mir das Mandat in einer Bausache vom Prozeßbevollmächtigten Nr. 6 gekündigt. Ich verabschiede mich als Prozeßbevollmächtiger Nr. 5 und wünsche Nr. 6 viel Glück. Der Mandant hat aber bislang alle gekündigten Versager ordnungsgemäß entlohnt. Trotz 50.000,- Euro Streitwert. Dann darf er sich auch eine sechste oder siebte Meinung einholen.

    AntwortenLöschen
  4. das ist für die derzeitige Situation fast schon typisch. Beratung ja - Bezahlung nein. Nix da.
    Eine Mandantin hat sich hier ausführlich telefonisch beraten lassen (mache ich normalerweise nie), da angeblich keine Zeit auf meine Rückkehr ins Büro nach Kurzurlaub zu warten, und Büro in Hamburg zu weit. Sie hat mir eine falsche RSV genannt, bei der sie gar nicht versichert ist. Auf die Rechnung an sie direkt hin: Kammerbeschwerde, sei doch wohl beruflich anstössig, bloß für das Einholen der Erfolgsaussicht für einen Regressprozess gegen ihren früheren Anwalt in einer Bausache eine Beratungsrechnung zu schreiben. Kammer hat das sofort eingestellt, berufsrechtlich alles einwandfrei, Rest zivilrechtlich zu klären.
    Fazit: wer keine Zeit hat für eine Besprechung im Büro (= nicht bezahlen will), soll eben allein klar kommen, zukünftig 0 Ausnahmen mehr.

    AntwortenLöschen