Dienstag, 2. November 2010

Wes Brot ich ess..

Die geschätzte Kollegin Rueber überprüft in ihrem Blog gelegentlich Sprichwörter auf ihren Wahrheitsgehalt. Die Besprechung heute hat mich zu einer Überprüfung des Sprichwortes "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" inspiriert.

Manchmal möchte der Mandant unbedingt, dass in einem Schriftsatz etwas Bestimmtes steht. Gerne sind das dann Sätze wie: "Der Zeuge lügt sowieso, alle aus dessen Familie sind Drecksäcke."

Ich versuche in der Regel, dem Mandanten Dinge auszureden, die sich für ihn nur nachteilig auswirken würden. Wenn man in dem Punkt gar nicht zueinanderfindet, dann muss man sich eventuell trennen. Ein "Mietmaul" möchten die wenigstens Anwälte sein.

Also: Das Sprichwort stimmt nicht.

Kommentare:

  1. Dann nehmen Sie doch mal
    Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd.

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  2. Ich steh auf Ihre humoristische Ader. Großartig! Weiter so!

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  3. MMn haben Sie das Sprichwort missverstanden. Denn Sie wollen schon das Lied des Mandanten singen, aber in passender Tonart. Sie weigern sich also nur, das Lied falsch zu singen.

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  4. ...was mich widerum insperiert hat, das Sprichwort "Erst die Ware, dann das Geld" zu prüfen.

    Ich versteiger was auf Ebay. Bekomme Geld. Verschicke Ware. ->Indiz fuer "stimmt".

    Ich gehe zum Friseuer, lass mir die Haare schneiden. Dannach bezahl ich. ->Indiz fuer "stimmt".

    Ich gehe zum Anwalt . Bevor ich was sagen kann sagt er "Erst die Kohle. Sonst "arbeite" ich nicht! Und auch wenn ich Ihre Kohle habe, mache ich nicht das, was sie wollen!!"

    Also: Das Sprichwort stimmt nicht.

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  5. @Anonym 14:12
    Eine sehr schöne Deutung - wo ich doch jahrelang Gesangsstunden hatte.

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  6. heißt es nicht: "Wess Wein ich trink,..."?

    Das würde sich sogar halbwegs reimen!

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  7. Ich kenne das nur so: "Wes Frau ich vernasch', des Brot ess' ich nicht auch noch." (Wär ja sonst auch echt fies.)

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  8. Es gibt wohl solche und solche Anwälte. Mir ist ein Fall bekannt in der ein Anwalt der Beklagtenseite stark unter die Gürtellinie ging um die Klägerin zu mies zu machen. Geholfen hat es ihn nicht - seine Mandantin verlor den Fall. Die Kanzlei, damals mit piekfeiner Adresse, gibt es auch nicht mehr (wenn auch aus anderen Gründen).

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  9. "Das Sprichwort stimmt nicht."

    Vielleicht im Strafrecht. Im Zivilrecht kann man ja - so mein Eindruck - erstmal fröhlich alles behaupten und wenn das Gericht dann durchblicken lässt, dass der Hase so nicht laufen wird, alles zurücknehmen.

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  10. Kerstin schreibt sich Rueber, nicht Rüber! Jetzt machst Du das auch schon falsch! ;-))))

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