Montag, 11. Oktober 2010

Kühe unter dem Eis

Der Anrufer teilt mit, er habe einen Strafbefehl bekommen. Im Juli. Er habe sich da nicht so drum gekümmert und den jetzt erst aufgemacht. Wie man denn nun die Kuh vom Eis bekomme, möchte er wissen.

Tja, diese Kuh liegt bereits verwest auf dem Grunde des Sees.

(Zur Einspruchsfrist beim Strafbefehl siehe hier.

Merke: Post aufmachen, auch wenn man dazu so gar keine Lust hat. Post besonders schnell öffnen, wenn sie in einem grellen, gelben Umschlag daherkommt.

Kommentare:

  1. Und ich dachte, dass die Kuh auf dem Grunde des vereisten Sees noch lange lange Zeit frisch bleibt. ;=)

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  2. Na, die Kuh selbst wird wohl äusserst frisch bleiben.
    "Frisch" aber nur im Sinne von "kalt".
    Bei 4 Grad Celsius toben sich sowohl Mikroorganismen wie auch Diffusionsprozesse schön aus.

    Melken würde ich die Kuh nicht mehr wollen. Jemand der noch erwartet, dass das, was unten raus kommt, Milch wäre, sollte auf verminderte Einsichtsfähigkeit plädieren. ;-)

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  3. Aber dass sowas wie ein Strafbefehl kommen kann, weiß man vorher? Oder sitzen die bei der Staatsanwaltschaft da und fischen auf gut Glück Adressen aus dem Telefonbuch? (Hm, wenn man einige Angeklagte so hört ... ja.)

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  4. Grell-gelber Umschlag? Wie geschmackslos - das geht auch eleganter.

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  5. Beratung im Sozialrecht. Ich bitte den Mandanten, die Unterlagen vom Amt mitzubringen. Er kommt mit einer Plastiktüte, in der sich gut dreißig bis vierzig ungeöffnete Schreiben befinden. Auf Nachfrage: "Ach wissen Sie, die Briefe verstehe ich sowieso nicht. Da lasse ich sie lieber gleich zu. Nehmen Sie sich einfach raus, was Sie brauchen."

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  6. Aber der Mandant war doch bis vorgestern im Urlaub.

    Mit dem SB konnte er nicht rechnen. Zack, Wiedereinsetzung...allerdings müsste er da schon selber drauf kommen. Raten kann ihm das ein seriöser Anwalt nicht...

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  7. @Johannes:

    Dürfte an § 45 II 1 StPO scheitern.

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  8. Und wenn dann darunter noch ein Versäumnisurteil oder Vollstreckungsbescheid ist, haben die Leute ja nie vorher was vom Gericht bekommen und sowieso geht das ja so überhaupt gar nicht.

    Das Übliche....

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  9. Erst wartet man mal eine angemessen lange Zeit. Dann geht man zum Anwalt. Und wenn der es dann nicht schafft alles wieder gerade zu biegen, wird man pampig und geht zum nächsten Anwalt. Ganz einfach.

    Hatte kürzlich jemanden, der kam mit einem 11 (!!!) Jahre alten Mahnbescheid!

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