Mittwoch, 27. Oktober 2010

Die war´s!

Wahllichtbildvorlage bei der Polizei. Der Zeuge hat die Beschuldigte als sehr gepflegte, elegante Frau beschrieben.

Es werden dem Zeugen neun Bilder gezeigt, ein Foto der Beschuldigten (mit Bluse und Blazer, dies ist zu erkennen) und acht andere Bilder von Frauen etwa gleichen Alters. Alle anderen acht Damen sehen aus, als ob sie in der Mülltonne übernachtet hätten. Mindestens zwei machen den Eindruck, als ob sie der Drogenszene zuzurechnen sein.


Ich freue mich schon auf die Verhandlung.

Sehr Lesenswertes zur Wahllichtbildvorlage und Wahlgegenüberstellung vom Kollegen Siebers gibt es hier.

Kommentare:

  1. Ich selbst habe mal als Zeuge eine "echte" Gegenüberstellung erlebt. Es ging um einen Verkehrsrowdy, den ich nur einmal von der Seite gesehen habe und den ich pauschal als "etwas dunkleren Ausländer" beschrieben hatte (heute würde man ja sagen "Mitbürger mit Migrationshintergrund", was die polizeilichen Protokolle in ungeahnte Längen ziehen wird). Pünktlich zur Vorladungszeit erschienen, saß mir der Mensch im Flur wartend gegenüber und wurde mir dann mit zwei Polizeibeamten an der Seite zur Auswahl vorgestellt. Der arme Mann, ca. 170 cm groß, hatte zwischen zwei blonden, "nordischen Ariern" mit Gardemaßen bei ca. 195 cm einfach keine Chance. Mich hat nur gewundert, dass man den beiden Herren nicht die Uniforman angelassen hatte.

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  2. und sie haben ihn natürlich eindeutig identifiziert, nicht wahr?

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  3. Bei einer derartigen Unterstützung bei der Wahrheitsfindung war ein Irrtum nun kaum noch möglich!

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  4. Da durfte ich als Referendar vor rund 15 Jahren einmal einen Strafprozess erleben, in dem der (nicht von allen) verehrte Kollege Maeffert die Polizisten, den uneinsichtigen Staatsanwalt und das bockige Gericht wegen einer derart dilletantischen Wahllichtbildvorlage auseinander genommen hat.

    Dass so etwas außerhalb der generell schlecht recherchierten deutschen Krimilandschaft, sozusagen "IRL" vorkommt, hätte ich nicht gedacht.

    Gruß
    CS

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