Donnerstag, 30. September 2010

Doch kein Zeuge deluxe

Ein gewisser Prozentsatz von Mandanten redet bei der ersten Besprechung selbstbewusst davon, dass ihnen gar nichts passieren könne. Man habe da einen super Zeugen, echt. Ein Premiumzeugen sozusagen. Der könne ganz toll für einen aussagen.

Es ist sinnvoll, den Mandanten zu dem vermeintlichen Zeugen genau zu befragen. Unter Umständen sollte man den Zeugen auch selbst vernehmen - sonst kann es in der Hauptverhandlung sehr unangenehm werden.

Bei einem Verfahren wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle wurde mir ein mysteriöser Zeuge angedient wie trockenes Brot. Der könne total entlastende Sachen sagen, wirklich. Was das für entlastende Dinge sein sollten, das konnte der Mandant nicht sagen. Er war da sehr unkonkret. Besorgniserregend unkonkret.

Ich bekomme die Akte, schaue auf den Aktendeckel und werde überrascht. Der Name eines Mitbeschuldigten kommt mir sehr bekannt vor. Der Akteninhalt spricht dann dafür, dass der potentielle Zeuge sich auch einen Anwalt nehmen sollte - einen Verteidiger.

Kommentare:

  1. Einen Anwalt? Wieso? Der hat doch auch 'n Zeugen, einen, der ganz toll aussagen wird. Wie der heisst? Steht auf dem Aktendeckel.

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  2. Ich glaube, das konstruierte Zeugenaussagen sowieso von einem erfahren Staatsanwalt oder Richter durchschaut werden und mit kluger Fragestellung,der "Zeuge deluxe" zu schwimmen anfängt.

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