Freitag, 13. August 2010

Eskalation

Freitag. Das Telefon klingelt. Beschwingt gehe ich ran und erwarte etwas Spannendes. Eine Geiselnahme. Einen Raub. Mindestens. Naja. Mindestens eine ordentliche Körperverletzung. Oder wenigstens eine Unfallflucht.

Aber nein. Der Anrufer hat Ärger mit seinem Nachbarn im Kleingartenverein und will nicht mit diesem zu dem vorgesehenen Schlichtungstermin.

Für die Zukunft lautet meine Antwort auf die Frage:

"Machen Sie auch Nachbarschaftsstreitigkeiten?"

"Nein, lassen Sie das erst mal schön eskalieren. Mit Gewalt und so. Dann rufen Sie wieder an."

Kommentare:

  1. Nun weiß ich ja nicht, wie gut Sie Zivilrecht "können"; aber es scheint sich gerade im Kleinkriminellen - erm - Kleingartenmilieu reichlich Geld für Anwälte holen zu lassen.
    Siehe http://www.sueddeutsche.de/geld/nachbarschaftsstreit-wenn-gartenzwerge-provozieren-1.568435 ;-)

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  2. Hm... Kann sich der Anrufer auf Ihren Rat vor Gericht berufen? So nach dem Motto "Frau RAin Braun hat mir aber empfohlen, erst mit der Zaunlatte über die Rübe Fakten zu schaffen..." Es ist Freitag, der 13. - also nicht dass da was schiefgeht mit der Eskalation. :-)

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  3. @Yosh
    Möglicherweise bräuchte ich da Medikamente. ;-) Ich bin mit Strafsachen glücklicher.

    @Claudia
    Ich war etwas unverbindlicher.
    ;-)

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  4. war der telefonische Rat etwa so unverbindlich?

    Strafverteidiger zu den Eltern des Mandanten, dessen Telefon abgehört wird, und die nach der erfolglosen Hausdurchsuchung im Spülkasten eine Tüte mit Inhalt gefunden haben: "spülen Sie das Koks das Klo runter! Sofort!"

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  5. tststs, das wäre ja eine Fernanalyse durchs Telefon. Korrekt wäre: "was immer da auch drin ist, spülen Sie es runter" :-)

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  6. Wenn Sie den Anrufer vlt "richtig" motiviert hätten, wäre er so angefressen gewesen dem Nachbarn einen Gartenzwerg in den Allerwertesten zu rammen und so wären Sie am Freitag noch zu 'ner Körperverletzung gekommen.

    Wie immer kann man auch in dieser Situation das Unangenehme mit dem Angenehmen und nützlichen verbinden.

    Schönes WE

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  7. @rg
    Sehr hübsch. Werden dann die Kanalratten high?

    @FrankR
    Die hohe Kunst wäre, dem Anrufer den Gartenzwerg vorher noch zu verkaufen.

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  8. @Yosh: Das ist für mich was neues. Ich dachte gerade dieser Nachbarschaftskram ist der blanke Horror für jeden Juristen. Viel Aufwand, wenig Kohle. Oftmals Minusgeschäfte - zumindest erzählte mir das mal ein Anwalt, der genau an solchen Fällen pleitegegangen sein will.

    Aus meinser Sicht ist sind Nachbarschaftsstreitigkeiten eine Beleidigung für die Intelleigenz eines jeden Menschen - bevor ich in sowas gerate nehme ich freiwillig die Zaunlatte in die hNd und schaffe strafrechtlich relevante Fakten. Die 10-15 Jahre sitze ich mit einem Lächeln ab und sage mir immer wieder "aber es hat sich gelohnt..." ....nur in die Dusche würde ich mich nicht trauen...

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  9. Nachtrag: ...peinlich ist, wenn man was über Intelligenz fabuliert, aber das Wort nicht mal richtig buchstabieren kann... Notiz an mich selbst: Zukünftig erst korrekturlesen, dann auf "Senden" klicken...

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  10. "Aus meinser Sicht ist sind Nachbarschaftsstreitigkeiten eine Beleidigung für die Intelligenz eines jeden Menschen".

    Bei einem Stundensatz von >= 250 EUR/Std. aber ein bequemes Zubrot, für das man sich nicht sonderlich anstrengen muss. Zumal solche Fälle oftmals bis in den Ruin der Kontrahenten ausgefochten werden. Ähnlich wie Erbschaftsstreitigkeiten... ;-)

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  11. ... >= 250 Euro/Std.?? Verdammt, ich bin zu spät dran für die Immatrikulation fürs Wintersemester... :-)

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  12. Wer zu spät kommt...
    http://tinyurl.com/2d4qn2k

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