Dienstag, 10. August 2010

Buddha hinter Gittern

Am Sonntag war ich mit Freunden da brunchen. Einige der Anwesenden sind Buddhisten und fragten sich, inwiefern Meditation und buddhistische Geistesschulung für Strafgefangene hilfreich sein können. Gut, ich habe da leichte Zweifel, dass in der Strafhaft Menschen zu Gott oder zu Buddha finden, schaden kann es aber wohl nicht.

Warum aber gerade Buddhismus besonders gut ankommt, das wusste eine der Anwesenden zu berichten: Ein buddhistischer Lehrer bot Meditation hinter Gittern an und wunderte sich, dass ca. 100 Gefangene kamen. Nach der Meditation fragte ein Häftling den Lama: "Wenn man viel meditiert, dann bekommt man doch so besondere Kräfte. Man kann schweben, oder?"
"Ja, das kann sein", sagte der Lama, "dafür wirst Du aber sehr lange praktizieren müssen, viele Leben lang gar. Diese Fähigkeiten erlangen nur sehr wenige Praktizierende."

Tja, beim nächsten Mal waren es nur noch drei Gefangene, die gerne meditieren wollten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. :-)



Kommentare:

  1. Und in den Momos kann man auch keine Feile schmuggeln, die sind dafür zu klein. :-(

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  2. Das ist doch jetzt ein Scherz??

    Da hat doch nicht wirklich ein Haufen Gefangene geglaubt, er könne auf diese Weise der Haft entfliehen?

    Aber wirklich: :) Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    Gruß
    Joe

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  3. Da ich in der Haft sehr wohl einen Weg zu Gott, zum Glaube gefunden habe, halte ich solche Angebote nicht für falsch.

    Mein Weg zum Glauben begann mit dem Gefängnis spastor und mit einem Pastor meiner Heimatgemeinde.
    Die Frage ob man auf diese Weise der Haft entfliehen kann, muß ich bejahen, der Repression und Depression konnte ich durch Meditation und Kommunikation entfliehen. Dies ist natürlich nicht ein Entweichen aus der Haftanstalt. Aber besser als Selbstmort alle mal.

    Das dies nur sehr wenige Häftlinge machen, ist aber nur ein Abbild der Gesellschaft, wo der Glaube (nicht die zugehörigkeit zu einer Kirche) auch nur einen geringen Anteil hat.
    Ein offender

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  4. Ich möchte mich (h)offender anschließen. Wobei ich keine Erfahrung in bezug auf Haftanstalt habe.

    "Glück findet, wer durch eine harte Schule geht. Er versteht, dass eine Not nicht unbedingt eine Not und eine Freude, nicht unbedingt eine Freude ist. Normalbürger machen ein grosses Theater um nichts. Ständig drehen sie sich im Kreis, laufen dem nach, was sie mögen, und laufen vor dem davon, was sie nicht mögen - dabei besteht das größte Glück darin, sich einfach auf alles einzulassen.
    ( Kodo Sawaki )

    Angeregt durch einen Artikel im National Geographic (2005), in dem es u.A. um Meditation in indischen Haftanstalten ging, begann ich meiner Depression durch die Praxis des Buddhismus zu begenen.

    Grüße
    Ahimsayama

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