Sonntag, 11. Juli 2010

Verbrannte Erde

Momentan bin ich für einige Tage in Hessen bei meiner Familie. Vielleicht hätte ich mich doch hier selbstständig machen sollen, hier scheint mehr zu pasieren - also Straftaten jetzt.

Freimütig erzählen flüchtige Bekannte vom letzten Versicherungsbetrug und dem Herren aus Polen, der gerade das Haus baut - schwarz. Naja, so Naturvölker haben eben ein ganz besonderes Verhältnis zum Recht.

Beeindrucken fand ich die Pflegeleiterin des Heims, in dem ein Verwandter untergebracht wird. Die Dame fragte mich, ob ich in freiheitsenziehende Maßnahmen einwillige, das könne ich doch als Beteuerin. Der Dame fehlte jegliches Problembewusstsein, was sie dann aber plötzlich im Gespräch mit mir erlangt hat.

Eine ähnlich lustige Einstellung zum Thema Rechte und Pflichten hatte der Vermieter des betreuten Verwandten. Wir hatten ein nettes über Endrenovierungsklauseln in Mietverträgen.

Freunde gemacht habe ich mir in den Tagen hier jedenfalls nicht. Aber, naja, in 400 km Entfernung fühle ich mich sicher und geborgen.

Kommentare:

  1. Zweigstelle in der Schlachterei, gegrilltes Eichhörnchen heute an Paragrafen auf hessischem Feldbett.

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  2. Naturvölker! Also nein! Gab es denn wenigstens einen schönen Schlepptop? Oder war das auch eher irgendwas undefinierbares ungeklärter Genese, was Naturvölker eben so als Computer bezeichnen... :-)

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  3. Dort kuriert jetzt bestimmt eine E-Mail mit bösen Anwaltswitzen. :-D

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  4. Wie sind sie blos der Mistgabel entgangen ...

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  5. In Mittelhessen ticken die Uhren noch anders... wo kein Kläger... tja...

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  6. @Werner Sibers
    Gegrilltes Hörnchen mit Handkäs gab es gestern. Vattern schneidet auch gerne mal meine Toufuewurst mit einem Messer, dass "schon dem ein oder anderen Bullen den Tod gebracht hat". Also, Rindviechern, nicht Ordnungshütern.

    @Tourix
    Entkommen? Ganz einfach: an der Landesgrenze tausche die Anwältinnenpumps gegen leichte Laufschuhe. ;-)

    @Claudia
    Mit dem Netbook schreibe icht jetzt. Ich musste nur vor der Benutzung das Passwort ("Ja, ich hab da was eingegeben, ich weiß nicht mehr was.") zurücksetzen lassen. Dann ging es.

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  7. Wer glaubt gerade auf dem Lande und anderswo denn schon Anwälten? Sind doch alles selbst ernannte Hobbyjuristen. Da hilft nicht mal der BGH oder der Papst. Alles papperlapap ...

    zu Dinkelburger und Co.: Meine Oma verfütterte eine ähnliche Rohmischung an die Nutztiere und durfte nicht wissen, was sie da grad isst und das dies "Fleischersatz" war (hat ihr aber geschmeckt). Hät sonst beim nächsten Besuch ein Kilo Hack ergeben für das arme Mädel, dass sich kein Fleisch leisten kann. (-;

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  8. Ganz ehrlich? Das "Recht" von "Naturvölkern" hat nach meinem Empfinden mehr mit "Gerechtigkeit" zu tun.

    Da baut der "Jupp" halt mal "schwarz" seinen Dachboden aus, der "Heinz" fährt auch mal mit Heizöl, und bei der "Rita" kann man(n) sich gegen einen geringen Obolus "ausweinen" - laß doch "die da oben" Paragraphen und Gesetze machen, wir hier im Dorf halten zusammen.

    Ok, wenn einer klaut, wird er auch schon mal geteert und gefedert, dafür macht er das danach aber auch nicht wieder... Und überhaupt, der war eh nicht aus dem Dorf, sonst hätte er es nicht gemacht.

    Genießen Sie die Zeit ;-)

    Grüße aus dem Westerwald,
    Yosh

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  9. Ja, die lieben hessischen Landeltern. Hat man ein rechtliches Problem (Erbrecht, Immobilienrecht, Arbeitsrecht, etc.), fragt man nicht das eigene Kind, seines Zeichens Anwalt, sondern lieber den Mann von der Sparkassenversicherung. Hat mein Vater einen Autounfall, überläßt er die Schadensregulierung grundsätzlich der Werkstatt. Die haben schließlich Ahnung, wohingegen man als Anwalt mit nur 10-jähriger Berufserfahrung im Verkehrsunfallrecht ein Grünschnabel ist. Daß ich mein Honorar über die gegnerische Versicherung abwickeln und wir dafür mit der ganzen Familie schön Essen gehen könnten, ist auch nicht zu vermitteln. Gebe ich einen rechtlichen Rat, versichern sich meine Eltern bei dem "Mann vom Ortsgericht" (alternativ: Bauamt, Verkehrspolizist, Schornsteinfeger) rück und befolgen dann dessen Empfehlung, die regelmäßig ebenso falsch wie nachteilig ist.

    Ich habe gehört, Ärzte werden in der eigenen Familie auch nicht ernst genommen...

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  10. @Anonym 03:12
    Man könnte meinen, wir wären Geschwister. Der "Mann vom Ortsgericht" kann übrigens auch gerne der dortige Hausmeister sein.

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  11. Oh, dem Kollegen Siebers schulde ich noch ein "e". Lag an dem hessischen Netbook.

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  12. Sie muessen da unbedingt oefter hinfahren. Es ist so wichtig, dass den Dorfis ab und zu mal jemand zeigt, "wo der Hammer haengt"!

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  13. @Mario
    Ja, absolut. Ich plane eine Art ehrenamtliches Projekt, so eine Art Entwicklungshilfe.

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