Dienstag, 20. Juli 2010

Sag doch mal einen Paragraphen!

Dieser Wunsch wurde gestern in der aktuellen Folge von "Danni Lowinski" von einer Mandantin an Danni herangetragen. Erfüllen konnte Danni den Wunsch nicht.

Es ist aber eine Bitte, die mir SEHR bekannt vorkommt. Insbesondere von Verwandten und Freunden, die mal eben eine kurze "Info" haben wollen und den bösen Vermieter/Arbeitgeber/Autoverkäufer/Nachbarn mal mit so einem ordentlichen Paragraphen richtig erschrecken wollen. Kostet nix und macht wirklich Eindruck.

Ich nehm dann immer § 242 BGB. Passt immer, kann man gar nichts mit falsch machen.

Kommentare:

  1. Nicht § 919 BGB? Ist ja verrückt.

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  2. @doppelfish
    Neee.. Aber § 1004 BGB wäre doch auch gut.

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  3. § 242 BGB ist super. Merke ich mir. Bekomme diese Anfrage auch ständig, aber der bislang genutzte § 2 ArbGG klingt nicht überzeugend und hält einer Nachprüfung nicht stand.

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  4. Tolles Thema! Ich hätte da noch was:

    § 118 OWiG - vormals "grober Unfug" nunmehr "Belästigung der Allgemeinheit" :-D

    § 242 BGB ist aber toll. Werde ich mir merken!

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  5. RA Jörg Jendricke20. Juli 2010 um 18:16

    § 383 Abs. 3 ZPO. Den checkt wirklich kein Normalsterblicher.

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  6. § 315a HGB, da steht alles wichtige drin. Allerdings nicht vergessen die Übergangsvorschrift Art. 66 EGHGB zu prüfen!

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  7. § 218 Abs. 1 BGB ;-)

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  8. Wow, da habe ich für das nächste Mal eine feine Paragraphenkette. ;-)

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  9. §242? Mein Dozent meinte, wenn ein Anwalt auf dieser Grundlage ein Verfahren gewinnen will, soll ich mir nen andern suchen... ;)

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  10. @Anonym
    Das stimmt. :-)
    Aber wenn Onkel Erwin gerne einen § will..
    ;-)

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  11. Ich denke man sollte doch etwas differenzieren z.B. bei Fragen zum Eigentum den § 964 BGB, bei Vertragsangelegeneheiten den § 362 BGB und so fort. Das schindet mehr Eindruck.

    Im übrigen erinnert mich dies an die Situation: "Boah, du kannst Schlumpowinisch?! Sag mal was!" "Mrktzwk" "Klasse"

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  12. Ich bevorzuge:

    Art. 22 GG

    Klingt besonders wichtig und passt immer
    ;-)

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  13. @Frank R
    Ja, aber liest das Tante Else nach. Und vom Ihrem Schlumpowinisch bin ich angemessen beeindruckt.
    :-)

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  14. Komisch. Meine Verwandten und Bekannten wollen - vielleicht als Nachweis meiner juristischen Kompetenz - irgendeinen lateinischen Spruch. Sowas wie pacta sunt servanda oder cogito ergo sum. Gut, dass ich Asterix lese.

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  15. Das ist ja alles Kleinviehmist. Bei wirklich wichtigen Menschen läuft unter Art. 1 GG überhaupt nichts.

    "Durch Ihre Zahlungsaufforderung / Ihr Verwarnungsgeld / Ihre Sachstandsanfrage / Ihre Stellungnahmefrist etc. sehe ich mich in meiner Menschenwürde verletzt. Ich werde den Sachverhalt dem Europäischen Bundesverfassungsgericht in Brüssel vortragen! Von dort erhalten Sie weitere Nachricht."

    Also: immer Art. 1 GG empfehlen.

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  16. Paragraphen werden grundsätzlich überschätzt.

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  17. P.S.: Stell mal Deine Blog-Uhr. Die geht nämlich 9 Stunden nach ...

    ... schreibe ich gerade um 13:35 Uhr.

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  18. Ich finde BGB § 824 (Kreditgefährdung)auchj recht universell.

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  19. Im Umgang mit Gerichten und Behörden:

    Art. 20 Abs. 4 GG.

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  20. Vielleicht ist da doch Art. 19 IV GG besser, bevor man direkt auf die Barrikaden geht ;).

    Im Übrigen komm ich nicht umhin zu bemerken, dass egal über welches Thema Mausi schreibt (könnte wahrscheinlich sogar über ihre verstopfte Toilette sein), die Leute begierig an Ihren virtuellen Lippen hängen...so auch ich *schwärm*....

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  21. Das liegt an diesem engelsgleichen Aussehen.

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  22. Ja, das habe ich mir schon gedacht.

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  23. @Anonym 16:12
    Verstopfte Toilette habe ich nicht zu bieten, aber eine gemeine Sonnenallergie. Der Beiträge ließen sich mit fiesen Fotos aufpeppen.

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  24. Den Anwälten geht wohl langsam die Arbeit aus ;)

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  25. Also für den Umgang mit Gerichten und Behörden würd ich Art. 1 III GG bevorzugen.

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  26. Scharnold Warzenegger22. Juli 2010 um 18:49

    242 BGB ist mein absoluter Liebling. Der wird von den Richtern immer hergenommen, wenn man das gewünschte Ergebnis - also ein Urteil welches sich allein nach dem Moralempfinden des Gerichtes richtet - gar nicht anders erreichen kann. Wirklich toll. Fast so gut, wie die unzulässige Rechtsausübung.

    964 BGB als Anregung hat mir übrigens gut gefallen. *Kopfschüttel*

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  27. ich arbeite auch immer wieder gern mit § 816 BGB und § 814 BGB.

    Wirklich, im echten Leben in Prozessen,
    aber auch auf solche Anfragen nach dem Motto
    "kannst Du nicht mal eben drüber gucken und mir nen § sagen und rasch was schreiben" - was übersetzt nicht heißt "Geiz ist Geil" - das ist passè, sondern jetzt ist das die Übersetzung des um sich greifenden Virus "ich will es aber umsonst - aber schnell und super gut, wie immer bei Dir".

    Da kommt "schreib denen mal, das geht nicht, wegen § 814 BGB" immer gut

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  28. Ich konnte zuletzt einen Mandanten mit § 275 I BGB beeindrucken. Hat er sich direkt aufgeschrieben, war irgendwie echt witzig.

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