Mittwoch, 21. Juli 2010

Coach mich mal - oder besser nicht

Gestern erledigte ich die Gerichtspost und konnte daher einen feinen Ausflug in das Ziviljustizgebäude machen und einen Blick auf die Aushänge werfen. Das ist schon auch irgendwie wichtig, da erfährt man so viel. Warum z.B. sucht der Kollege Muffelmann schon wieder einen neuen Bürogemeinschaftler? Hat der nicht erst vor einem halben Jahr..?

Besonders aufgefallen ist mir Werbung, die sich an mich - an uns alle - richtete. An "den Juristen als Profi und Mensch". Als Mensch? Aha. Bei genauererm Hinsehen stellte sich heraus, dass es sich um Coaching für Rechtsanwälte handelte. Insbesondere sollten Anwälte in der Gesprächsführung gecoacht werden. Anlass gibt es dafür sicher, sind Missverständnisse zwischen Mandant und Anwalt doch an der Tagesordnung.

Aber: Wie soll das laufen? Bitte ich den Serieneinbrecher Ede darum, dass unser Gespräch auf Video aufgezeichnet werden kann? Sitzt der Coach daneben? Alles berufsrechtlich doch mehr als bedenklich.

Vielleicht spielt man Gespräche mit dem Coach nach, keine Ahnung. Realistisch dürfte das dann auch nicht sein.

Für mich scheidet das Gesprächscoaching daher aus und ich wende mich bei Diskussionsbedarf zur Frage "Wie sage ich es meinem Mandanten?" lieber an einen alten Hasen.

Kommentare:

  1. Tolle Idee. Das haben wir schon immer so gemacht.
    Fortbildung wird sowieso ständig überbewertet.

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  2. @Matthias
    Na, da ist schon noch ein Unterschied zwischen einer Fortbildung (z.B. einem Fachwanwaltskurs) oder einem Coaching. Mal nicht durcheinander werfen!

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  3. Auch Coaching ist eine Art der Fortbildung; allerdings eine für Anwälte nicht ganz unproblematische.
    An echte Fälle würde ich einen Coach wahrscheinlich auch nicht "ranlassen", zumindest nicht an strafrechtliche. Da wäre mir im Zweifel doch zu heikel, ob hier noch ein Aussageverweigerungsrecht greift.
    Mit einem guten Coach können aber auch Simulationen sehr realistisch werden. Ist alles eine Frage des Aufwands.

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  4. Du willst Dich an einen alten Hasen wenden? Ich dachte, Du hättest eine Hasenphobie! Aber wir wollen den Hasen nicht an die Wand malen.

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  5. @RA Neldner
    Hm, "gut" ist wohl das entscheidene Stichwort. Ich habe in den letzten Jahren ca. 100 Coaches irgendwo getroffen. Der Großteil hat irgendwo einen Wochenendkurs gemacht und betreibt nebenbei eine Hundepension.

    @Nebgen
    Mit männlichen Hasen komme ich halbwegs klar.

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  6. Als ich als Jurist und Mensch.... ;)

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  7. Sollte natürlich "Also" heißen

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  8. @NEBGEN: iirc war das mit der Hasenphobie eine Lehrerin - ich kenne ja Ihre Phantasien nicht bzgl. der Autorin hier.......

    @RAinBraun: es gibt ja auch durchaus gute Hundecoaches ;)

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