Mittwoch, 30. Juni 2010

Kaltakquise an der Tür

Gerade stehe ich auf dem Weg zum Kühlschrank im Flur, als es an der Tür klingelt. Vor mir steht ein junger Mann, den ich optisch den Deliktsbereichen Betrug, Untreue oder Unterschlagung zugeordnet hätte und sagt: "Ich wollte einen Termin bei Frau Braun und den mit ihr abstimmen."

Da hier durchaus manchmal Laufkundschaft auftaucht, habe ich den Herren in mein Zimmer gebeten und ihn gefragt, was ich für ihn tun könne. "Ha," sagt der junge Mann, "ich will was für Sie tun. Ich will Ihnen helfen, Steuern und Geld zu sparen!" Dabei reicht er mir seine Visitenkarte. Ein Versicherungswicht.

Seine Verweildauer in der Kanzlei betrug dann noch ca. 54 Sekunden. Da ich grundsätzlich ja ein freundlicher Mensch bin, habe ich ihm von einem solchen Besuch bei meinem Kollegen abgeraten und ihm den Tipp gegeben, bei unserer Kanzleiadresse besser mal einen Totenkopf hinter die Daten zu zeichnen.

Besser ist das.

Kommentare:

  1. *lol* "Totenkopf hinter die Daten zeichnen" Köstlich! Wenn Anwälte freundlich lächelnd solcherlei Ratschläge erteilen, heisst das das ihr Gegenüber so unterlegen und auf verlorenem Posten ist, dass es ihnen schon leid tut?

    Außerdem ist doch nichts fläschliches daran, "Versicherungswichte" den Deliktsbereichen Betrug, Untreue oder Unterschlagung zuzuordnen. Das trifft doch auf die gesamte Branche zu. :-)

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  2. Wäre das nicht was für
    http://rainbraun.blogspot.com/2010/06/strafrecht-parktische-ubungen.html

    gewesen?

    So ein bisschen Körperverletzung? Vielleicht bekehrt das ja den Mann?

    Gruß
    Joe

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  3. @Alleswisser
    Eben drum. ;-)

    @Geschichtenblogger
    Hm..ich hätte ja diese Pferdestatuette zum Werfen. Vielleicht beim nächsten Mal. ;-)

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  4. Bei diesen Temperaturen kann man von Kaltakquise ja wohl kaum mehr sprechen! ;-)

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  5. Ich gebe mich solchen Leuten als der Betreiber von http://www.finanzparasiten.de bin. Die Seite ist in der Branche inzwischen recht bekannt ... Und dann biete ich denen an, sie gegenüber ihren Strukkibuden zu vertreten ... ;-)

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  6. Lustiger Post.

    Da merkt man dieses gewisse Hanseatische, diese ganz besondere Klasse, die manche Rechtsanwälte haben.

    Hochgestellte Hemdkragen im Hirn und auf der Zunge.

    Da kann man dann auch Danni Lowinski nur noch ignorieren.

    Sollte Zimmermädchen werden, der schmierige Versicherungsfutzi...........oder Klofrau.....

    Sorry, er ist vielleicht ein Wicht.

    Und was ist jemand, der bloggt wie Sie?

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  7. @Lil:

    Das werden wir wissen, wenn sie darüber hier bloggt wie sie der Tochter einer Freundin erklären musste, warum der "nette" Onkel wieder frei kommt, der ihr wehgetan hat.

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  8. anwälte ordnen ihr gegenüber automatisch in Deliktstypen ein? lol.

    solche Leute versuchen s bei Anwälten normalerweise gar nicht erst - die sind nicht so leicht übers Ohr zu hauen.

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  9. "Da ich grundsätzlich ja ein freundlicher Mensch bin, habe ich ihm von einem solchen Besuch bei meinem Kollegen abgeraten und ihm den Tipp gegeben, bei unserer Kanzleiadresse besser mal einen Totenkopf hinter die Daten zu zeichnen." ... "Dabei reicht er mir seine Visitenkarte."

    Da besteht noch die Möglichkeit eine Rechnung zu stellen. Oder arbeiten Sie öfter Kostenfrei??

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  10. @Lil

    Ja, diese elegante hanseatische Haltung ist einem bereits in die Wiege gelegt, wenn man aus der hessischen Provinz kommt... :-)

    (Sorry, Frau Kollegin Braun, ich darf das sagen, ich komme aus der gleichen Gegend...)

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  11. @Mausflaus
    Nein, die Einordnung in Deliktstypen passiert - zumindest mir - nicht automatisch und war in diesem Fall gewollt boshaft.

    @FrankR
    Das war ein kostenloser allgemeiner Lebensratschlag. So in etwa wie "Essen Sie mehr Obst."

    @Anonym 00:17
    Provinz, also bitte! Marburg, die Stadt mit der ersten protestantischen Universität, die Stadt der Heiligen Elisabeth und des Marburg-Virus. Provinz!
    ;-)

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  12. P.S. Gerade einen Anrufer, der Anwaltskanzleien mit frischem Obst beliefert. Ob das ein Leser war?

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  13. Marburg? Ich dachte, "in der Nähe von Marburg", Kirchhain oder so. Die "Stadt" mit dem herausragenden Amtsgericht.

    Und könnten Sie sich bitte auf dem neuesten Foto Ihres Perlekettschens entledigen? Das erinnert mich an eine Studienkollegin, die schon im ersten Semester wußte, daß Sie Familienrichterin wird. Seitdem bin ich irgendwie allergisch gegen Perlenkettchen (* in die Vorsitzende verbeiß *). ;-)

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  14. nachts um 1 bietet Ihnen jmd. frisches Obst an? Also bei Blumen wuerde ich sagen, der hat was am Straeusschen ;)

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  15. Dank den Versicherungswichten, welche für die Konzerne Verträge abschließen, haben die Rechtsanwäölte Arbeit wenn diese für die Haftpflicht oder Rechtsschuitzversicherung arbeiten. Ein solcher Anwaltswicht ist für mich unten durch. Wahrscheinlich krebst er am Existenzminimum und muss deshalb gar keine Steuern zahlen

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