Donnerstag, 24. Juni 2010

Die Zahl des Tieres ist 32,50

..und zwar netto!

Der Kollege Burhoff berichtet in seinem Blog über einen voreilig kastrierten Kater. Der geschilderte Fall wird sicher auch einen sensationellen Streitwert haben und hat mich inspiriert, mal alle Mandate im Tierrecht hinsichtlich der Einnahmen Revue passieren zu lassen.

Ja, da gab es auch mal schöne Streitwerte, die einen vernünftigen Verdienst brachten. Leider haben aber viele Tiere und deren Halter rechtliche Probleme, die sich streitwertmäßig unterhalb der 300,00 Euro bewegen. Wenn Herrchen oder Frauchen dann erhöhten Betreuungsbedarf haben, dann kann man sich als Anwalt an solchen Mandaten arm arbeiten. Es sei denn, man schließt eine Vergütungsvereinbarung ab und hört sich dann für 150,00 Euro die Stunde in epischer Breite an, dass Fifi seit der Behandlung bei dem unfähigen Tierarzt irgendwie komisch sei.

So viel Geld möchten die Besitzer für ihr geliebtes Haustier dann aber auch nicht ausgeben. Der wird doch der Hund in der Pfanne verrückt.

Was ich mich am Rande noch frage: Dürfte ich in dem hier geschilderten Fall alle 1510 Ratten verteidigen, oder gibt es berufsrechtliche Probleme?

Kommentare:

  1. Wer nicht mal auf Herausgabe eine Pudels, Terriers oder ähnlichem klagen mußte, hat aus meiner Sicht die hohen Weihen der Anwaltschaft noch nicht erfahren.
    Natürlich ist auch eine umfangreiche Beweisaufnahme mit diversen (auch betrunkenen) Zeugen von Nöten.

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  2. aber, wenn dann mal ein arabischer Zuchthengst voreilig kastriert worden ist, treibt das natürlich den Schnitt in die Höhe :-)

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  3. Also bei der Streitwertfestsetzung würde ich den Streitwerit aus Offenbarung 13,18 entnehmen. Da ist dann wenigstens noch ein Gebührensprung drin ...

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  4. @Detlef Burhoff
    Die wertvollen Zuchthengste landen so schrecklich selten im Tierheim. ;-)

    @Ralf Mydlak
    Hübsche Idee.

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  5. @ RAiN Braun: alles eine Frage des Alters, aber dann sind sie ggf. auch nicht mehr "wertvoll".

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  6. Gibt es in Hamburg keine zahlungsfähigen Celebrities mit gestylten, geschminkten und gepuderten Fußhupen, die hohe Tierarztrechnungen erzeugen und diese dann nicht zahlen?

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,702572,00.html

    http://iapps.courts.state.ny.us/iscroll/SQLData.jsp?IndexNo=108290-2010 (bisher keine Klageschrift online)

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  7. Man unterscheidet übrigens in eine theoretische und eine praktische Zahl des Tieres:
    32,50 ist die theoretische ZdT, die praktische ZdT ist Null.
    Es gibt auch noch eine betriebswirtschaftliche ZdT, die variabel aber immer negativ ist.

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  8. Dann halt doch lieber ins Internetrecht abwandern... da können sich die Kollegen doch auch ausdenken, das eine kleine private Website 300.000 EUR und mehr wert ist...

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