Freitag, 4. Juni 2010

Der Richter, das unbekannte Wesen

Der Kollege Nebgen bloggt hier über Richter, denen anwaltliche Gebühren (und wohl auch Anwälte) sehr fremd sind. Aus den Kommentaren geht hervor, dass Richter und Richterinnen möglicherweise diverse Vorurteile gegen Anwälte haben (fahren alle Porsche, gehen zur Akquise auf den Golfplatz etc.).

In Hamburg versucht man, Rechtsanwälte und Richter irgendwie zueinander zu bringen und Verständnis füreinander zu schaffen. Dafür hat man eigens einen "Kommunikationsverein" gegründet und es findet regelmäßig ein Stammtisch statt. "Wandel durch Annäherung", so etwas soll da wohl stattfinden. Wäre ich Richter, so nähme ich allerdings bei diesen Begegnungen die Beine in die Hand und flüchtete. Schnell. Weit.

Zahlenmäßig kommen an solchen Abenden ca. 28 Anwälte auf einen Richter und viele der Kollegen hoffen, nach der Veranstaltung oft von irgendwem beigeordnet zu werden. Wird ein Richter gesichtet, so murmelt irgendwer "Da, das ist einer!" und der Schwarzkittel wird gejagt wie Rotwild nach der Schonzeit.

So wird das nichts mit dem Ausräumen von gegenseitigen Missverständnissen. Vielleicht ist das auch gut so, sonst fielen viele Themen für das Blog weg. ;-)

Kommentare:

  1. Ein Kollege berichtete von einer ähnlichen Veranstaltung, welche diese Woche stattfand. Dort war die Lage allerdings umgekehrt: Staatsanwaltschaft und Gerichte waren sehr zahlreich vertreten. Daneben trauten sich ganze fünf Anwälte auf die Veranstaltung.

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  2. Streitwert 500.000 EUR (Erbschaft)? Gut, dass der Richter erkannt hat, dass für eine Stunde Arbeit nur eine Erstberatungsgebühr von 190 EUR netto und keine 1500 bis 3000 EUR angemessen sind.

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  3. Sie waren da also auch schon?

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  4. @Anonym 02:16
    Ja, ich war da mal zu Beginn meiner Tätigkeit. Es gab kostenlosen Weißwein und Käsehäppchen, das wusste ich damals sehr zu schätzen.

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