Freitag, 25. Juni 2010

Beehren Sie uns bald wieder!

Gestern bekam ich -über Xing- eine Mail, in der eine tolle Dienstleistung angeboten wurde. Man bietet mir an, meine Mandanten nach ihrer Zufriedenheit mit mir und meiner Kanzlei zu befragen. So könne ich kleine Details, die unzufrieden machten, abstellen und Mandanten dauerhaft an mich binden. Viele Mandanten seinen froh, einmal ihre Meinung sagen zu können.

Eine hübsche Idee. Ich sehe den Fragebogen bildlich vor mir:
"Lieber Räuber X, vor einigen Monaten haben Sie die Dienste von Frau Rechtsanwältin Braun in Anspruch genommen. Wir möchten Sie nun bitten, den anliegenden Fragebogen auszufüllen und an uns zurückzusenden. Sollten Sie keine Briefmarke zur Hand haben, so holen wir den Brief gerne an der Gefängnismauer ab."


Mir erscheint das Konzept - von der Durchführbarkeit wegen anwaltlicher Schweigepflicht mal ganz abgesehen - nicht sehr erfolgversprechend. Vielleicht schicke ich ein Gegenangebot - für die Durchführung eines Insolvenzverfahrens oder so.

Kommentare:

  1. Viele Mandanten sind in der Tat froh, einmal ihre Meinung über Rechtsanwälte sagen zu können. Sie tun dies zumeist am Stammtisch, in der Bürgersprechstunde der Rechtsanwaltskammer oder neuerdings beim Ombudsmann (-frau) der Bundesrechtsanwaltskammer. Die Idee, ein Marktforschungsinstitut zwischenzuschalten, erscheint da doch durchaus verlockend! ;-)

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  2. Es ist schon schwierg Dienstleister wie Ärzte, Lehrer oder Anwälte einzuschätzen. Und so oft will man im Normalfall mit denen ja nicht zu tun haben (oder hat keine Wahl wie beim lehrer)

    Und wenn mal einer was macht (spickmich.de) dann wird geklagt.

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  3. Solche Marketingleute sind die penetrantesten Stalker, die man sich vorstellen kann. Die schreiben jeden an, und ändern nur die Berufsbezeichnung, haben somit von den Branchen absolut keine Ahnung (von einigen wenigen, die sich spezialisiert haben, z.B. auf medizinische Einrichtungen mal abgesehen).

    Für kleine und mittlere Unternehmen absolut uninteressant, weil man das auch selbst machen kann, notfalls von einem Praktikanten (Word- Excel und minimale Statistikkentnisse sollten ausreichen).

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  4. Es ist bei ebay und ähnlichen schon lange üblich, nach der Transaktion eine Bewertung abzugeben. Würde vermutlich heute nur noch wenige Menschen wundern, wenn sie hinterher einen Link mit der Bitte um Abgabe einer Bewertung bekämen.

    Hier noch ein paar unverbindliche Vorschläge. ;-)

    "Wie zufrieden sind Sie mit dem Strafmaß?"
    1 unzufrieden - 7 habe es nicht besser verdient

    "Wie genau entsprach die spätere Verurteilung der Prognose durch die Anwältin?"
    1 so ungefähr - 7 die Frau hat DEN Durchblick

    "Wie schnell waren Sie im Knast?"
    1 langsam - 5 schneller als ich gucken konnte

    "Würden Sie hier nochmal hingehen?"
    1 eher nicht - 5 das nächste Verbrechen bespreche ich vorher mit ihr, damit sie eine optimale Verteidigungsstrategie ausarbeiten kann.

    "Wie finden Sie den Service der Kanzlei?"
    1 der Kaffee schmeckt nicht - 3 Fünf-Sterne-Standard


    Etwas alberne Grüße :-D
    Claudia

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  5. Gerne sagen Mandanten ihre Meinung auch in einem Brief oder in einer E-Mail in Reaktion auf eine exorbitant überhöhte Gebührenrechnung.

    "50,- Euro für nur eine Stunde Beratung? So einen Stundenlohn möchte ich auch einmal haben!"

    Mandanten, die gerne ihre Meinung sagen, muß man nicht auch noch eine weitere Plattform bieten. Vermute, XING möchte für diesen tollen Dienst auch noch Geld?

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  6. So etwas kann auch nur über Xing kommen.
    Auch ohne Befragung kann ich ihnen sagen, dass die Mandanten mit den verlorenen Prozessen unzufrieden sind.
    Da wäre eine Beschwerdehotline besser. Dann können die Leute ihr Herz ausschütten, ohne das besondere Kosten entstehen.
    Nützt zwar nichts, aber die Leute fühlen sich besser.

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  7. @Tourix
    Klar. Und ich vermute, dass ein Großteil meiner Mandanten die Parkplatzsitiation bemängeln würden.

    @Anonym
    Die Mail war von einer Dame, die einen solchen Dienst anbietet, nicht von Xing direkt.

    @Chaoshexchen
    Sehr schöne Vorschläge. ;-)

    @verwickeltes
    Ich denke mal, dass in Bewertungsportalen für Dienstleister (Lehrer, Ärzte, Anwälte) sich nur sehr zufriedene oder sehr unzufriedene Kunden zu Wort melden. Naja, ergibt ja irgendwie auch einen Mittelwert.

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  8. Die Kommentatoren scheinen auch nicht verstanden zu haben, worum es im Beitrag geht: Bewertungsportale haben einen komplett anderen Sinn.

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  9. Umgekehrt sollte mans machen: Anwälte sollten ihre Mandantschaft bewerten.

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  10. HAHA, zu welchem Meinungsforscher kann ich denn mein Urteil schicken??

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  11. Jaja, das ach so "wichtige" XING, bei dem man unbedingt Mitglied sein muss... geniales Geschäftsmodell mit wenig bis gar keinem Nutzen für die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder und guter Kohle für wenig Arbeit in die Taschen der Anbieter - die Spamming zwar offizielll verbieten aber so richtig nun doch weder ein Mittel dagegen haben, noch etwas dagegen tun. Arbeit kostet halt Zeit und damit Geld und XING läuft 1A mit dem Minimalaufwand, den die Betreiber sich da gönnen :-)

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