Freitag, 7. Mai 2010

Zivilrecht versus Strafrecht

Meine letzten Zivilverhandlungen haben mich irgendwie fast ein wenig traumatisiert. Bei allen Verhandlungen gab es nahezu keinerlei Verhandlungsführung. Ach was, es gab überhaupt keine Verhandlungsführung.

Parteien plappern wild durcheinander, alle fallen sich in´s Wort, Zeugenvernehmungen haben nur am Rande mit dem Beweisthema zu tun und vorne sitzt eine junge Richterin oder ein junger Richter und ist erkennbar überfordert. Die Überforderung wechselt schnell zu Ungehaltensein, wenn man um etwas mehr Verhandlungsleitung bittet.

Die Atmosphäre mit Jasmintee, Duftkerzen, Walgesängen vom Band und Plauderei ohne konkreten Bezug zu dem Rechtsstreit, die finde ich sehr seltsam. Da ist mir ein despotischer Richter oder ein brüllender Staatsanwalt in Strafsachen lieber.

Ein klares Feindbild, und schon hat die Verhandlung Struktur! ;-)

Kommentare:

  1. Gehen Sie mal zu einer Mediation, da werden Sie den Glauben an jegliche Prozessordnung verlieren ;)

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  2. Ganz klar, wenn es ausufert muss der Richter durchgreifen... ansonsten kann es aber nicht Schaden, wenn man die Parteien (ver-)sprechen lässt ;-) Wer hat eigentlich diese olle Dispositionsmaxime erfunden??? :D

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  3. Das erklärt die Bedenken des zur Strafverteidigung verpflichteten Zivilrechtskollegen. Wenn da eher geplaudert wird, als verhandelt, menschelt es halt. Und dann ist Petzen natürlich böse und doof.

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  4. @Consigliere
    Ich glaube, dass fänd´ich irgendwie so total ein bisschen blöd. ;-)

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  5. das nennt sich Dispositionsmaxime ^^

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