Dienstag, 4. Mai 2010

Steter Tropfen höhlt den Stein?

Ich sitze gerade an der Begründung einer in der Hauptverhandlung eingelegten Beschwerde gegen einen Gerichtsbeschluss. Es ging und geht mal wieder um die Sitzordnung im Gerichtssaal. Siehe auch hier und hier und eigentlich überall.

Irgendwann wird sich die Situation doch mal ändern. Es sind allerdings nicht nur ältere Richter, die den Angeklagten auf dem "Arme Sünder Stühlchen" sitzen sehen wollen, sondern zahlreiche junge Richter und Richterinnen. Letzere sagen dann gerne mal Dinge wie, dass das mit der Sitzordnung "nicht böse" gemeint sei.

Ich halte mich nicht an die StPO, aber ich mein´s ja nur gut. Na klasse.

1 Kommentar:

  1. Och nö... Anträge zur Sitzordnung mache ich nie. Mein Mandant sitzt automatisch neben mir. Und wenn das dem Richter nicht paßt, setze ich mich halt neben meinen Mandanten. Was habt Ihr alle bloß immer für komische Richter, die sich wegen solcher Fragen ereifern?

    Im übrigen: eine gewisse Strenge in der Sitzordnung, wie sie vor allem in alten Gerichtssälen üblich ist, finde ich gar nicht schlecht. Es gibt nichts Schrecklicheres als diese Konferenzraumatmosphäre, wo Gericht, Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Angeklagter alle gleichberechtigt um einen u-förmigen Tisch herumsitzen und auch noch die Zeugen gebeten werden, im Kreis Platz zu nehmen. Das findet man nach meiner Erfahrung vor allem in NRW knorke. Fehlt nur noch, daß alle Beteiligten ihre Ideen mit bunten Pfeilen auf eine Flipcharttafel malen. Ein Strafprozeß ist keine Plauderstunde. Und der Angeklagte versteht es auch nicht, wenn er in Mediationsatmosphäre von dem "netten Richter" am Ende zu einer üppigen Strafe verurteilt wird.

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