Mittwoch, 26. Mai 2010

Pech gehabt

Dumm gelaufen ist es kürzlich für einen jungen Mann, der an der Haustür meiner Eltern klingelte. Meine Eltern und Großeltern leben in Hessen auf dem Dorf in einer Straße, in der fast nur Rentner leben. Der junge Mann wollte Zeitschriftenabos verkaufen und begann das Verkaufsgespräch mit mir etwa so.

"Ich bin in ehemaliger Strafgefangener und habe in der Haft zu Gott gefunden. Nun versuche ich, Geld zu verdienen."

Meine Nachfrage, wo er denn in Haft gewesen sei, beantwortet er mit:

"In Hamburg-Wilhelmsdorf."

Tja, voll daneben. Es gibt es diesen Stadtteil nicht und ergo gibt es da auch keine JVA. Meine Oma hätte das nicht gewusst und sicher die "Goldene Frau" oder ähnliches abonniert.

Kommentare:

  1. Dabei kennt doch jeder die JVA Fuhlsbüttel, genannt "Santa Fu", oder?

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  2. Läßt aber die Frage offen, was Sie getan hätten, wenn er Ihnen eine existierende JVA genannt hätte...

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  3. Na klar gibts Wilhelmsdorf in Hamburg.
    Kann ein Politiker sich denn irren, wo er war ? ;)

    Siehe
    http://www.bundespraesident.de/Journalistenservice/Bildarchiv-,11109.640418/Bundespraesident-Koehler-in-Ha.htm

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  4. Voreingenommen wie eine Staatsanwältin! ;-)
    Denken Sie bitte wie eine Strafverteidigerin: Vielleicht hat der junge Mann aufgrund rechtsstaatswidriger Haftbedingungen Gedächtnisstörungen erlitten und meinte statt dessen "Schwalmstadt" (klingt schließlich so ähnlich). Vielleicht schämt er sich - mit Recht - so sehr für die hessischen Strafanstalten, daß er sich unbewußt nach Hamburg gewünscht hat, etc. Bevor man einen ehrlichen Zeitschriftenverkäufer so abfertigt, beantragt man doch erst einmal ein passendes Sachverständigengutachten, drückt ihm einen Beratungshilfeschein in die Hand und nimmt ihm eine Zeitung ab.

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  5. ja! wie hat denn der junge mann reagiert, als ihm eröffnet wurde, dass er quasi den lehrbuchfall einer 'affekt- oder emotionsbezogenen täuschung' darstellt und zumindest der betrugsverdacht nicht weit liegt...?!

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  6. Du hast doch bestimmt dem jungen Mann ein Abo für Mach-mal-Pause abgekauft, oder hast Du ihm nur den Namen Deines Ponys verraten? ;-)

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  7. @GH
    Ich hätte ihn gefragt, ob er mir auch ein Abo des "Strafverteidiger" verkaufen könne.
    ;-)

    @Anonym 07:04
    Als ich mich als Hamburgerin geoutet hatte, da wurde das Gespräch verkäuferseits schnell beendet. Von der Fertigung einer Strafanzeige habe ich abgesehen. :-)

    @Anonym 06:50
    Schwalmstadt? Da hätte ich als nächstes nach der offenen und geschlossenem Vollzug gefragt. Faire 50% Chance. ;-)

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  8. @Nevermore
    Ach? Das an der Tür muss also Horst Köhler gewesen sein???
    Heftig. ;-)

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  9. @Anonym 26. Mai 2010 06:50 ROFL!!! ;-)

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  10. Reue und Gott im Rahmen der Gefangenschaft, kaum draussen schon wieder Rückfall in vorknastähnliches Verhalten ... so ist das mit den Gottesgläubigen. Wahrscheinlich war er einem katholischen Knast-Popen verfallen ...?!
    Anonym 3:04

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  11. @Anonym 03:04
    Ich habe auch Zweifel, dass die Strategie Erfolg hat. Der durchschnittliche Hesse wird den jungen Mann bei den Worten "Haft" mit der Mistgabel vom Hof jagen.

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  12. Da muss sich mal ein echter Hesse zu Wort melden:
    "Ich habe keine Mistgabel" ;-)

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  13. @Tourix
    Waaasss? Dann kommen Sie aus Frankfurt oder Wiesbaden, gelle?
    ;-)

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  14. Die Mitarbeiter in diesen Drückerkolonnen sind eigentlich auch arme Schweine. Und dann noch diese Geschichten, bei denen man nicht nein sagen kann, weil man ansonsten ein A... ist.

    Hier stand mal einer mit: "Haben sie Vorurteile gegen früher strafällig geordene Jugendliche?"

    Natürlich hat man als liberaler und weltoffener Mensch keine Vorurteile und zu den Guten will man ja auch gehören.

    Rhetorisch kommt man denen nicht bei, da sie ja auf der moralischen Schiene kommen ("Sie sie auch dafür, dass Kinder besser vor sexueller gewalt geschützt werden müssen").

    Bei "sie sind doch Tierfreund" kann man wenigstens mit "Ja, ich esse sie sogar sehr gerne" kontern. :-D

    Dennoch muss man nicht nett sein, denn die wollen ja mein Bestes - mein Geld.

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  15. Im Übrigen stimmt es nicht, daß ein entsprechendes soziales Umfeld für die spätere Karriere verantwortlich sein muß. Der Mensch ist immer noch er selbst. Auch wenn äußere Einflüsse ihn zu beeinflussen suchen, so wird ein Apfel nicht zur Birne, auch wennn beide in den Mixer kommen. Ein Verbrecher wird nur dann Verbrecher, wenn er Verbrecher ist. Werden kann er es nicht. Hamburg-Wilhelmsdorf muß nichts heißen. Er hat wahrscheinlich vergessen wo sich die JVA befindet, und deshalb einen Stadtteil genannt der ähnlich klingt.

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  16. Die Masche hat im Jahr 2004 schon mal eine bei mir versucht. Irgendwann meinte sie dann, wenn ich kein Abo abschliessen wuerde, muesste sie hungern. Ich habe ihr dann seelenruhig eine Dose Suppe in die Hand gedrueckt - das hat geholfen, danach stand bei mir nie wieder ein Druecker vor der Tuer.

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  17. Ich hab mal so einen Turbo-schnell von meiner Haustüre verschwinden sehen -und das ganz ohne Mistgabel.

    Vor vielen, vielen Monden war ich mal Justiz-Vollzugs-Angestellter. Ich kam gerade vom Dienst, hatte die Haustüre gerade 1m hinter mir gelassen, als es klingelt. Ich öffne die Tür einen Spalt, ein Bursche fragt mich, ob ich was gegen entlassene Strafgefangene habe. Statt einer Antwort öffne ich die Tür ganz. Als der Junge méine Uniform sieht,wollte er mir plötzlich nichts mehr verkaufen und war sehr schnell weg.

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  18. @ Rain Braun
    Fast richtig, aber weiter östlich (kurz vorm Ausland). Mistgabel kennt man aber hier natürlich auch. Sehr nützliche Werkzeuge, die sich wunderbar zweckentfremden lassen. :)

    Schlimmer als Drücker finde ich die Dauergrinser.
    Die wollen zwar erst mal kein Geld, aber dafür sind die zeugende Jehovas weitaus penetranter.
    Achja und die Tierliebhaber. Da hat doch jetzt einer ein Kreuz auf meinem Grundstück errichtet, weil davor seine Katze überfahren wurde .... Da möchte man doch glatt bellen !

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