Freitag, 14. Mai 2010

Luxusproblem

Eine Veranstaltung in Hamburg, bei der sich zahlreiche Anwälte treffen. Man redet so über dies und das: die tollen Mandate, den geplanten Urlaub, Rechtspolitik, notwendige Reformen etc.

Ein reizender Kollege guckt sinnierend in der Gegend herum und sagt folgenden Satz:"Das ist schon dumm, dass die Gebühren im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab einem Streitwert von ein paar Millionen gedeckelt worden sind. Ich hab´ doch nun das erste Mal ein Mandat mit einem Streitwert von einer Milliarde."

Kommentare:

  1. Ähm....hat der zufällig auch ein steuerliches Problem, bei dem ein StB hinzugezogen werden sollte?

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  2. @Anonym
    Soll ich mal nachfragen? ;-)

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  3. Vielleicht möchte er ja auch noch ein Inkassounternehmen hinzuziehen? ;-)

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  4. Sprengt mein Vorstellungsvermögen.

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  5. Aufruf zur friedlichen Demonstration gegen Scheinurteile vor den Gerichten der Landeshauptstadt Kiel – Am 26.Mai 2010 – 9.00 – 13.00 Uhr – Bitte weiterleiten !

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  6. Och... Mandanten mit so riesigen Streitwerten hat man ganz schnell. Wenn man als Anwalt so unseriös ist, den Auftraggeber in seinen wahnwitzigen Vorstellungen zu unterstützen.

    Wer beispielsweise ernsthaft eine sechs- oder siebenstellige Schmerzensgeldklage einreicht, nur weil der Mandant aus amerikanischen Anwaltsserien falsche Vorstellungen gewonnen hat, man ihn nicht darüber belehrt, daß man hierzulande sogar bei schwersten Verletzungen für einen fünfstelligen Schmerzensgeldbetrag dem Richter die Füße küssen darf, der sollte sich nicht mit hohen Streitwerten brüsten, sondern seine Zulassung abgeben.

    Kürzlich erlebte ich, wie ein Kollege, den ich sonst als seriös kenne, für eine betagte Mandantin eine Millionenklage einreichte, weil ein Bergbauunternehmen irrtümlich über die Grundstücksgrenze gebaggert und einige tausend Kubikmeter Sand vom Ackergrundstück der Oma abgetragen hatte. Die Beklagte wandte - wohl zutreffend - ein, der Vorfall sei zwar bedauerlich, ihr Gewinn und der Schaden der Oma betrage aber nur einige tausend Euro. Oma hatte aber Anwalts- und Gerichtskosten nach Maßgabe einer 20 Millionen-Klage an der Backe.

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