Donnerstag, 6. Mai 2010

Lustige Vergleiche

Ich war heute in einer Zivilsache unterwegs. Hintergrund war etwas sehr Beliebtes: Streit unter Nachbarn, der nach Tötung einer Katze eskalierte.
Die Richterin war wirklich rührend bemüht, einen Vergleich zu erreichen und nach insgesamt ca. 2 (!!!) Stunden Verhandlung inkl. Zeugenvernehmung war es dann soweit: beide Parteien waren zu einem Vergleich bereit.

Unter Punkt 2. sollte der Vergleich dann lauten:

Die Parteien werden ein zumindest neutrales nachbarschaftliches Verhältnis pflegen.


Die Frage, wie man dies denn vollstrecken wolle, konnte die Vorsitzende nicht beantworten. Vielleicht sagt dann der Gerichtsvollzieher im Wege der Ersatzvornahme "Guten Tag"?

Kommentare:

  1. Und wieder einmal... You made my day! Herrlich.

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  2. Noch erheiternderd: Rechtsanwältin verlässt Hamburg um 09:00 Uhr. Rückkehr 15:30 Uhr. Gesamtverdienst in dieser Sache: 354,08 Euro. Aber sehr nette Mandanten.

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  3. Ich finde solche Absichtserklärungen im Nachbarschaftsrecht zwar unjuristisch, aber irgendwo auch ganz charmant. Die Parteien müßen ja dem Vergleich immerhin zustimmen und damit auch dieser Klausel. Klar, häufig nicht viel wert, aber es hat zumindest eine Appellfunktion

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  4. Nun, ich kenne einen vergleichbaren Vergleich, in dem die Gegenseite nun meinen Mandanten mit Zwangsvollstreckung bedroht. Mal sehen, ob und wann ein Zwanggeldantrag kommt.

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  5. @Brandau
    Ja, Du hast ja recht. Da könnte der Richter aber auch sagen:"Nun gebt Euch mal die Hand."
    ;-)

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  6. Kann das sein, dass Du Fachanwältin für tote Tiere bist?

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  7. Naja, das verknüpft doch wunderbar Mord und Totschlag mit dem Tierrecht. ;-)

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