Freitag, 14. Mai 2010

Klasse Angebot?

Stellenanzeigen bzw. Angebote für Bürogemeinschaften machen mir immer wieder viel Freude. Gerade las ich eine Anzeige, in der ein junger Kollege mit eigenem Mandantenstamm zur Festanstellung gesucht wurde.

Aha. Wenn der Kollege jung ist, dann hat er nicht unbedingt einen eigenen Mandantenstamm. Und warum braucht er den, wenn er doch als angestellter Anwalt arbeiten soll? Klingt für mich wieder nach einem Angebot, bei dem eine Seite alle Vorteile und die andere Seite alle Nachteile hat.

Im Gespräch erfährt der junge Kollege dann vielleicht auch, dass der am Wochenende den Rasen vor der Kanzlei mähen muss, dass sein Zimmer kein Fenster und kein Licht hat und er als Einziger die Kanzleiküche nicht nutzen darf.

Kommentare:

  1. hierzulande werden diese stellen dann meist mit 1500 brutto "honoriert". naja, man kann ja auch von luft und liebe leben...

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  2. @Anonym
    Hierzulande ist das ähnlich. Aber von dem sensationellen Verdienst darf der Junganwalt dann Versicherung, Fortbildungen, Kammer etc. aber auch schön selbst bezahlen.

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  3. Dr. Marc Mewes14. Mai 2010 um 14:09

    "Klingt für mich wieder nach einem Angebot, bei dem eine Seite alle Vorteile und die andere Seite alle Nachteile hat."

    Genau so ist es - aber: Haben wir nicht alle mal etwas von "Vertragsgerechtigkeit" gehört ?

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  4. Bei euch sind das dann nicht die Junganwälte, sondern die Eichhörnchen, woll? :)

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  5. Haben wir nicht alle schon mal etwas von "Sittenwidrigkeit" gehört?

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  6. Jung gleich billig. Der eingebrachte Mandantenstamm bürgt dann für die Kosten, die Billig verusacht. Ist doch perfekt. So kennen wir die Anwälte. Als WP/StB habe ich früher auch mal versucht mir Bürogemeinschaftsangebote von Anwälten anzuschauen, die faselten auch stets was von eigenem Mandantenstamm und schöner noch: von Synergieeffekten... die haben nicht kapiert, das WP/StB, in der Regel, rechnen können...daher blieb ich stets singel und bin glücklich damit, sehr glücklich. Schätze mich aber gleichwohl glücklich, zumindest im web, einmal eine lustige und offenbar auch menschliche Person, in Gestalt einer Anwältin, kennenzulernen. Denn - die Hoffnung stirbt zuletzt ...

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  7. tja, es lässt sich nun mal besser Werbung dadurch machen, man habe einen "Anwalt" wozu auch immer angestellt, als damit, man habe einen neuen "Gärtner"...

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  8. @Anonym
    Genau, dem Eichhörnchen knöpfen wir 5000,00 im Monat für die Gartenmitbenutzung ab. ;-)

    @Anonym2
    Bürogemeinschaten sind ein tolles Thema. Sozietäten noch mehr. Mein Kollege sagt immer:"Eine Ehe beruht auf zwei Prinzipien. Liebe und Geld. Bei der Sozietät fällt die Liebe weg."
    Wir sind hier eine Bürogemeinschaft und das klappt sehr gut. Ist allerdings wirklich eine Ausnahmeerscheinung.

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