Samstag, 22. Mai 2010

Im nächsten Leben: Ärztin?

Bei der Entscheidung "Was tun?" nach dem Abitur schwankte ich sehr zwischen dem Studium der Rechtswissenschafen und der Medizin. Letztlich wurde es -bekanntlich- das Jurastudium und das ist auch absolut ok so. Trotzdem gibt es Gründe, im nächsten Leben vielleicht Ärztin zu werden. Und das sind:

1. Die Arbeitskleidung ist cooler. Taillierte Kittel mit schickem Namensschild gegen sackartigen schwarzen Umhang...

2. Als Rechtsanwalt wird man nie hören:"Sollte sich unter den Reisenden ein Anwalt befinden, so wird er gebeten sich auf Gleis 3 einzufinden."

3. Die Arztserien. Dr. House ist so viel besser als der ganze Anwaltsmist.

4. Ärztekongress auf den Kapverdischen Inseln (das Pharmaunternehmen zahlt) statt Anwaltstag in Aachen.

5. Fragen von entfernten Bekannten nach kostenloser Hilfe kann man auf Parties recht schnell abbügeln. "Klar, Herr Müller, das Furunkel kann ich Ihnen gleich hier entfernen. Skalpell habe ich dabei. Betäuben kann ich Sie leider nicht, aber es wird kaum wehtun.."

6. "Mensch, damit wären Sie mal besser früher gekommen!" nehmen sich Patienten mehr zu Herzen als Mandanten.

7. Die Wahrscheinlichkeit, von einem reichen Patienten im Testament bedacht zu werden.

8. Arzt ist ein angesehener Beruf. Rechtsanwälte kommen im Ranking nach Polizisten und Lehrern. Herrjeh!

9. Viel mehr Raum für schwarzen Humor. "Herr Müller, Besuch für Sie. Er hat nicht gesagt, wer er ist - aber er hat eine Sense dabei."

10. Ich muss mir wegen der Rückenbeschwerden nix von "mehr Sport!" anhören, sondern kann mir einfach selbst was relativ Giftiges spritzen.

Kommentare:

  1. Man sollte auch nicht vergessen, dass Ärzte immer noch überdurchschnittlich bezahlt werden und das sogar meist vom solventen Schuldner "Staat/GKV". Dazu gibt es noch Vollbeschäftigung und man muss noch nicht mal für das teuerste Studium etwas bezahlen...

    Die Arzthonorare werden auch nicht wie bei den Rechtsanwälten alle 20 Jahre mal minimalst gesteigert, sondern steigen in deutlich kürzerer Zeit um größere Beträge.

    Dazu noch der Witz mit der Arzthaftung. Ärzte können oftmals bedenkenlos viele Fehler machen. Prozessrisiko und Überlebensrisiko liegt ja beim Patienten. Folgen für den Arzt? Nur selten ...

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  2. Oder Pilotin. Dann bleibt dir wenigstens noch Punkt zwei. :)

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  3. @shopblogger
    Hm, ich hab´doch Flugangst..

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  4. 1) Die Arbeitskleidung im Krankenhaus ist halbdurchsichtiger Polyesterkram in Einheitsgröße. Alles was "gut" aussieht ist selbstbezahlt.

    2) Woran erkennt man Ärzte? Genau! Das sind diejenigen, die bei einer solchen Durchsage unbeteiligt und auffällig unauffällig in die Gegend gucken. Vor allem im Flugzeug einer amerikanischen Airline: In diesem Moment träumt Arzt davon, Rechtsanwalt zu sein, um das Prozessrisiko einschätzen zu können.

    3) Ally McBeal oder Boston legal haben doch auch was. Und Matlock erst! House hingegen ist doch unrealistisch...

    4) Ärztekongress auf den Kapverdischen Inseln (das Pharmaunternehmen zahlt) gibt es höchstens für den Prof. Dr. Dr. Der 'richtige' Arzt darf sich 1 1/2 Stunden lang den schnarchlangweiligen Vortrag vom Chef anhören, wenn er von den Kapverden wieder zurück ist. Dafür gibt es dann einen Fortbildungspunkt, von denen 50 im Jahr verlangt werden.

    5) Von wegen abbügeln! Erstens gibt es durchaus Leute, die dann "Okay!" sagen und zweitens muss man sich ja erst mal den furunkulösen Hintern angucken. Merke: Bekannte kommen nicht mit der fretigen Diagnose, sondern mit: "Ich hab' da was, guck mal..." und dann ist die Hose auch schon unten oder der Rock oben. Passiert übrigens nicht nur auf der Party, sondern auch auf dem Markplatz.

    6) Sie nehmen sich das vielleicht momentan mehr zu herzen, aber wenn es a) wieder besser geht oder b) um eine ganz andere Krankheit geht, haben die meisten das schon wieder vergessen.

    7) geht gegen null.

    8) Ansehen hin oder her; entweder der Arzt ist ein Wunderknabe oder er taugt gar nichts. Wird bei Rechtanwälten nicht anders sein.

    9) Mag sein, ein wirklich schwarzer Juristenwitz fällt mir nicht ein. Aber dieser hier, passt zu 5):
    Ein Rechtsanwalt und ein Arzt besuchen gemeinsam eine Party. Plötzlich erblickt eine Patientin ihren Arzt. Widerwillig lässt sich der Arzt auf eine etwas längere medizinische Beratung ein. Danach fragt der Arzt den Rechtsanwalt, wie dieser damit umgeht, wenn er von einem Mandanten in seiner Freizeit nach einem fachlichen Ratschlag gefragt wird. Der Rechtsanwalt sagt, dass er die Auskünfte erteilt, jedoch am nächsten Tag eine Honorarnote über die Beratungsleistung versendet.

    Der Arzt folgt dem Ratschlag und versendet am nächsten Tag die Rechnung über 50 Euro an die Patientin, die er während der Party medizinisch beraten hat. Zwei weitere Tage später erhält der Arzt eine Kostennote über 100 Euro vom Rechtsanwalt.
    HARHAR!

    10) Wegen der Rückenschmerzen müssten Sie Orthopädin werden, nicht Ärztin :-P (und falls hier ein Orthopäde mitliest mach ich mich mal aus dem Staub...)

    Grüße!

    P.S.: 9b) Wenn jemand einen terroristischen Anschlag mit Milzbrandsporen begeht, ist das dann ein Anthrax- Delikt?

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  5. "Lassen sie mich durch, ich bin Anwalt" dürfte auch nicht funktionieren.

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  6. "Lassen Sie mich durch, ich bin Anwwalt" hört sich auch etwas doof an.

    aber 1. stimmt nicht so ganz, man denke an Birkenstocklatschen, außerdem muss man den Arztkittel öfter waschen weil man auf dem weiß jeden mini-fleck sieht.

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  7. Oje, da haben Sie ja wirklich Fernsehserien-reife Vorstellungen vom Beruf eines Arztes – werden Sie es bitte nie, auch nicht im zweiten Leben!

    Wie wäre es denn mit der Berufskleidung einer Tierärztin? Gummistiefel, blauer Kittel (auch als Berufsmantel) bezeichnet, Gummischürze usw., so richtig sexy, insbesondere im Sommer, wenn man im eigenen Saft schmort und das Rindvieh, das einem gerade den Fuß breitlatscht, gar nicht verstehen kann, warum der Zwergenmensch neben ihm so blöd rumschreit.
    Vorteil im Winter, schön warm, wenn man bei der Rektaluntersuchung (so läuft da der "Schwangerschafts"- (korrekt Trächtigkeits-)test ab) bis zur Achselhöhle im Hintereingang der Kuh steckt.

    Aber, wenn man mal gar nicht weiter weiß, bleibt in der Branche immer noch das Zauberwort "Notschlachten". Nur zu oft darf man es nicht verwenden, sonst schlachtet man seinen Ruf gleich mit.

    Also nur keinen Neid auf andere Berufsgruppen, es gibt überall Vor- und Nachteile.
    Ein bisschen mehr Achtung vor der Arbeit der anderen, würden uns allen doch besser zu Gesicht stehen – es wird doch niemand zu einem bestimmten Beruf gezwungen, oder?

    "Ärzte können oftmals bedenkenlos viele Fehler machen."

    Natürlich sind Ärzte auch Menschen, die Fehler machen - aber bedenkenlos? Das würde ich so nicht unterschreiben!

    Trauen Sie sich da noch zu einem Arzt hin? Oder gehen Sie schon zu einem "Wunderheiler"?

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  8. Punkt 8. bedarf der Korrektur. Lehrer ist kein Beruf, sondern eine Diagnose.
    Als Ärztin hätten Sie das aber gewusst.

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  9. Cookie Monster23. Mai 2010 um 01:35

    Wie wäre es mit Informatik? Da hat man als Frau eine große Auswahl für Sex unter der Hörsaalbank.

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  10. Trotzdem ist es wohl so, daß einer Berufung zum Arzt nur wenigen Auserwählten, wie auch der Lottogewinn vorenthalten bleibt.

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  11. gegen Ziffer 3: Das liegt allein daran, dass Juristen von Medizin keine Ahnung haben, den ganzen Schwachsinn in den Anwaltsserien aber sofort erkennen und ärgern. Vielleicht mag man daher als Mediziner Anwaltsserien lieber. Dann doch lieber sorum ;-)

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  12. @Lore
    Nein, einige gute Freunde sind Ärtze und ich würde nicht ernst tauschen wollen. Die Ärzte sicher auch nicht, auch wenn es ab und an heißt: Im nächsten Leben werde ich Anwalt.
    ;-)

    @Hootch
    Sehr gut gekontert!

    @Matthias
    Den geb ich an meinen Hausarzt wieder.

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  13. Offenbar stand ich mit der Entscheidung Jura oder Medizin nicht alleine da. Bei mir ist es auch Jura geworden.
    Wäre es Medizin geworden, dann hätte ich mir ernsthaft Gedanken machen müssen, wenn meine "Patienten" mit mir geredet hätten: Mich hätte es nämlich in die Pathologie gezogen.

    Ich glaube keiner von beiden würde ernsthaft den gewählten Beruf tauschen wollen.

    Und was die Fernsehserien angeht: Ally McBeal und Boston legal sind genau so unrealistisch wie Dr. House. Und sie sind alle Kult. Aber diese Serien wollen, im Gegensatz zu den Gerichtsshows im Nachmittagsfernsehen wenigstens nicht den Eindruck erwecken, dass sie das wahre Leben darstellen.

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  14. Dazu fällt mir nur folgendes ein:

    Ein Chirurg, ein guter Orthopäde, ein schlechter Orthopäde und ein Radiologe spielen ein Spiel. Jeder von ihnen steht in der Ecke eines Fußballfeldes. In der Mitte steht ein Topf mit 50.000€. Auf ein Zeichen sollen alle losrennen und wer als erster da ist bekommt das Geld. Wer gewinnt das Geld?

    Der schlechte Orthopäde. Denn: einen guten Orthopäde gibt es nicht, dem Chirurg waren die Spielregeln zu schwer und ein Radiologe macht für 50.000€ doch keinen Finger krumm.

    In der Anwaltsvariante haben ich den Witz noch nicht gehört. Warum wohl ?

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  15. @Novemberkitty
    Pathologie ist gut. Allein schon wegen des geringen Risikos von Klagen wegen Behandlungsfehlern.

    @anfrage
    Den kannte ich schon, aber er ist sehr schön.

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  16. @RAinBraun:
    Okay, _Behandlungs_fehler unterlaufen Pathologen eher selten, aber wenn im Schnellschnitt beispielsweise der Krebs entweder fälschlicherweise nicht oder fälschlicherweise doch erkannt wird, kann das nicht nur für den Patienten schlimme Folgen haben.

    @anfrage:
    Ein Richter, ein guter Staatsanwalt, ein schlechter Staatsanwalt und ein Strafverteidiger spielen.... ;-)

    Grüße!

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