Montag, 10. Mai 2010

Guter Rat, unbefriedigender Rat - Geld kosten sie alle

Ich treibe gerade für einen Kollegen eine Forderung gegen dessen ehemaligen Mandanten ein und muss dazu folgendes anmerken:

Auch wenn einem Mandanten der Rat des Rechtsanwaltes nicht passt bzw. er gerne etwas anderes gehört hätte, so muss er dennoch die Kostennote begleichen.
Es ist auch keine gute Idee, die Zahlung zu verweigern, weil der Rechtsanwalt den Namen des Mandanten in einem Schriftsatz einmal falsch geschrieben hat.

Ich freue mich schon auf den Klageerwiderungsschriftsatz. Ein mehrseitiges Schreiben des Sohnes der früheren Mandanten - eines Jurastudenten - welcher darzulegen versucht, warum die Beratung nicht zu bezahlen sei und den Unsinn "mit freundlichen kollegialen Grüßen" unterzeichnet, lässt schon Großartiges erwarten.

Kommentare:

  1. Wenn ich mir vorstelle, dass einer meiner Kommilitonen jemanden in einer ernsten Rechtssache vertritt, wird mit angst und bange. Aber einen Auftritt vor Gericht würde ich ja zu gerne sehen, das könnte beim richtigen Richter durchaus witzig werden ;)

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  2. @Alexander
    Vielleicht habe ich ja das Vergnügen mit dem jungen Mann vor dem Amtsgericht. Da lernt er dann den Unterschied zwischen Werk- und Dienstvertrag. ;-)

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  3. Grobe Fehler berechtigen auch beim Dienstvertrag zur Honorarkürzung.

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  4. Ich denke, einen vergessenen Buchstaben in einem Schriftsatz kann man nicht als groben Fehler bezeichnen.

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  5. Den Mandanten kenne ich, ich habe auch einmal versehentlich Sch.indler geschrieben.

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  6. Der Kommentar von "Anonym" sollte rein vorsorglich nicht unwidersprochen bleiben; er ist nämlich - zumindest was Rechtsanwaltsgebühren angeht - schlicht falsch.

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  7. Ein kleiner Medicus! Lassen Sie ihn doch seine Mindermeinung vertreten. ;-)

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  8. Dann eben Schadensersatz.
    http://de.wikibooks.org/wiki/Examensrepetitorium_Jura:_BGB_Schuldrecht:_Dienstvertrag

    Besonderheiten bei der Anwaltshaftung

    1. Zwischen Anwalt und Mandant muss ein Anwaltsvertrag zustande gekommen sein.

    2. Der Anwalt muss einen Fehler begangen haben (objektive Pflichtverletzung gem. § 280 Abs. 1 S. 1 BGB). Folgende Pflichten hat der Anwalt:

    * er muss umfassend beraten,
    * er muss den sichersten Weg für den Mandanten wählen, vor Risiken warnen, Bedenken mit ihm erörtern und von aussichtslosen Maßnahmen abraten;
    * er muss den Mandanten vor Schaden bewahren.

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  9. Anonym:
    Ob hier ein Anspruch auf Schadensersatz im Raume steht, ist doch gar nicht gesagt. Ihre Anstrengungen die Ausführungen von NEBGEN zu entkräften beruhen auf Spekulationen über einen vermeintlichen Sachverhalt, von dem gar nicht klar ist, ob tatsächlich Ansprüche aus § 280 I BGB gegeben sind.

    Wenn ich alles Richtig verstanden habe, wollte der Mandant einen Rat. Da aber der Rat nicht den Erwartungen des Mandanten entsprach, verweigert er wohl die Zahlung. Wenn der Mandant keinen durchsetzbaren Anspruch hat, kann der RA doch nichts dafür. Gezahlt werden muss trotzdem, denn der RA hat ja dann seine Arbeitszeit geopfert, um die Frage erstmal korrekt zu beantworten. Hier sind sicherleich je nach Sachlage auch Recherchen geboten. Alles andere wäre auch totaler Schwachsinn.

    Warum allerdings grobe Fehler nicht zu Kürzung des Honorars führen soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn der Mandant wirklich einen Anspruch hat, kann er doch erstmal die Zahlung nach Maßgabe des § 273 I BGB zurückbehalten oder ggf. aufrechnen (§ 387 BGB), was logischerweise zu einer Kürzung führen würde. Wäre toll wenn NEBGEN hierzu was sagt.

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  10. Noch ein passender Witz.
    Rich lawyer, poor lawyer and Santa Claus walk down a street, they see a $5 note on the pavement. Who picks it up?

    The rich lawyer, the other two don't exist...

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  11. Müßte der Kollege sich nicht, zur Vermeidung von Kosten, selbst vertreten?

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  12. @Jan
    Der Kollege könnten dann seine Gebühren ebenfalls in Rechnung stellen. Es ist also egal, ob er sich nun selbst vertritt oder einen anderen Kollegen (in dem Fall mich) beauftragt.

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  13. Bei solchen Deppen ist es kein Wunder, dass wir StudentInnen so einen schweren Stand haben.

    Leider lernen die meisten auswendig und nur für die Klausuren, verstehen wollen würde ja auch bedeuten sich wirklich mit der Materie auseinendersetzen zu müssen, die gerade im Zivilrecht sehr komplex sein kann.

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