Dienstag, 18. Mai 2010

Geniale Werbestrategie?

Im Alltag ist die Frage, ob man sich als Anwältin "outet" oder nicht eine Gratwanderung. Im erweiterten Bekanntenkreis ist es vielleicht sinnvoll, den Beruf zu verschweigen. Es ist aber auch wiederum albern -wenn alle von ihrem Job erzählen- verschämt auf den Boden zu gucken oder zu sagen, man sei Tierpräparatorin. Will man überall Mandate baggern, oder möchte man "auch mal Mensch sein"? Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Ein Ausbilder im Referendariat hat mir geraten, jeden Tag mindestens einem Menschen (am besten Geschäftsleuten in Kanzleinähe) zu erzählen, dass ich Anwältin sei. Das könne man ganz zwanglos machen. Ein Beispiel gefällig?

Anwalt beim Bäcker.
"Ich hätte gerne drei Nussecken."
"Oh, die sind aus."
"Hahaha, da könnte ich Sie jetzt ja verklagen, hihi."
"Ach, Sie sind Anwalt?"
"Ja, und stellen Sie sich vor, ich bin Experte für´s Backwarenrecht..."


Solches Verhalten hilft garantiert. Binnen Wochenfrist werden einen alle Menschen, mit den man Kontakt hatte, für einen Vollpfosten halten.

Kommentare:

  1. "... verschämt auf den Boden zu gucken oder zu sagen, man sei Tierpräparatorin."
    Brüllll, ich schmeiß mich wech...! I ko nimmer! Klasse Frau Anwältin.
    Werbewirksam ist auch, mal das eine oder andere Mandat kostenlos zu absolvieren, das spricht sich ganz schnell rum. Man wird zwar auch für einen Vollpfosten gehalten, dafür haben Sie aber die Bude voll. Diesen Fehler habe ich als Anfangssteuerberater gemacht..."Was isn das für ne Rechnung? Für auf den Knopf drücken und die Bilanz ausdrucken?" Undank ist der Weltenlohn und als Billigjakob benötigt man eine gute Anwältin. Das nervt. Geändert hat sich das erst, als ich wieder vermehrt als WP tätig wurde.

    AntwortenLöschen
  2. Mitglieder des DAV zahlen ihre Nußecken mit der Kreditkarte (http://tinyurl.com/3x7c9sd).

    AntwortenLöschen
  3. Binnen Wochenfrist? Ich glaube, das geht schneller. ;-)
    Dieser Ausbilder scheint ja ein ganz heller Bursche gewesen zu sein, alle Achtung!

    AntwortenLöschen
  4. Anonym1
    Ja, umsonst arbeiten ist auch immer super..

    @Kollege Hoenig
    Sehr schick. Ich bin aber im RAV, Kreditkarten gibbet da nicht. Und Nussecken nur aus Dinkelmehl. ;-)

    Anonym2
    Ok, nehmen wir eine 24-Stunden-Frist. ;-)

    AntwortenLöschen
  5. das mit dem Präparator ginge bei mir voll nach hinten los - gute kann man immer brauchen (ist wie mit RA) vielleicht mal schauen http://www.praeparationswerkstatt-opalka.de/datei/foto.htm
    da ist sicher auch was passendes bei - der Lieblingsgaul im Büro oder wenn das Eichhörnchen an einer Überdosis Nussecken das Zeitliche segnet. Oder ein über dem Schreibtisch schwebender Geier beim Insolvenzverwalter? Da gibt's genug Möglichkeiten ;)

    AntwortenLöschen
  6. Der Geier beim Insolvenzverwalter ist eine charmante Idee. ;-)
    Vielleicht biete sich bei Tierrechtsmandaten auch eine Kooperation an:"Ich kann Ihnen zwar rechtlich nicht helfen, aber Sie können sich Mohrle für immer erhalten." ;-)))

    AntwortenLöschen
  7. Ich glaube in einem bekannten Blog eines StV aus Düsseldorf wurde mal ein Bild veröffentlicht, auf dem ein Wagen vor einem Friedhof zu sehen war, mit der Aufschrift Fachanwalt für Erbrecht :D

    Naja, ich fands etwas pietätlos. Aber die Idee hatte was für sich.

    AntwortenLöschen