Sonntag, 23. Mai 2010

Aus der Versenkung aufgetaucht....

Ich habe in der letzten Woche wieder neue Freunde gefunden. Vielleicht auch alte Freunde wiedergefunden.

Toll, wenn Menschen, die man seit der Grundschule nicht mehr gesehen hat, auf einmal aus der Versenkung auftauchen. Aus der Versenkung bringen die auch gleich was mit: eine Vorladung, einen Erbrechtsfall, einen Scheidungsantrag der Ehefrau oder eine Klageschrift.

Und ich soll nun -kostenlos, um der alten Freundschaft willen- da "mal draufgucken". Bösartig und innerlich von Missgunst zerfressen (die zwei Prädikatsexamen, Sie wissen schon) schicke ich weitgehend kommentarlos eine Vollmacht und eine Vergütungsvereinbarung. Mit dem eingenommenen Geld kaufe ich mir dann neue, andere Freunde.

Kommentare:

  1. Richtig so! Die wahren Freunde kosten halt Geld! Obwohl, dann könnte man auch gleich umsonst für die alten arbeiten ...

    AntwortenLöschen
  2. "You never know how many friends you really have until you rent a house on the beach" sagen unsere anglophilen Freunde. Die germanische Version sind also die Prädikatsexamen. Passt ja schon. Jedenfalls für unsere anglophilen Freunde.

    AntwortenLöschen
  3. Waren das die Art von "Freunden", die in der Schule immer von Ihnen abgeschrieben haben?

    AntwortenLöschen
  4. kenn ich auch irgendwoher...

    "Du machst doch was mit Computern. Könntest du mal kurz meinen prüfen, da stimmt was nicht"

    NIE WIEDER

    das "kurz" sind dann mal eben n ganzer Abend (Minimum), der Rechner virenverseucht, weder Original-Windows- noch Programm-CDs vorhanden, man ist auf jeden Fall Schuld, wenn *irgendwas anderes* (angeblich) "erst seit du dran warst" nimmer funktioniert -- egal ob beim Putzen sich ein Kabel lockerte oder es noch nie funktioniert hat.
    Mit *VIEL* Glück bekommt man dann ne Flasche billigen Wein als Entlohnung. Aber sogar das ist selten.

    Ich hab den ganzen Tag mit Rechnern zu tun. Da muss ich mir nicht noch die Rechner anderer Leute zusätzlich für Gotteslohn aufhalsen.

    AntwortenLöschen
  5. @Tilmann Hausherr
    Vielleicht eher die, die "Brillenschlange" gerufen habe.

    @Engywuck
    Ha, genau. Das kenne ich von einem guten Freund, der "was mit Computern macht". Eine fettige Pizza, das ist der Dank.

    AntwortenLöschen
  6. Eine Bekannte von mir arbeitet im öffentlichen Dienst. Ich könne doch nicht für eine telefonische Auskunft eine Rechnung stellen, sagte sie empört. Meine Gegenfrage, ob sie sich immer ausstempele, wenn ihr Telefon im Amt klingele, hat sie nicht verstanden.

    Ich könnte den ganzen Tag damit verbringen, "nur mal kurz" (jeweils 40 Minuten) telefonische Auskünfte an Freunde, Bekannte und Verwandte zu erteilen. Keiner von denen käme jedoch auf die Idee, mir "nur mal kurz" während seiner Arbeitszeit entsprechende Gefälligkeiten zu erweisen.

    AntwortenLöschen
  7. @Anonym 01:54
    So isses. Und Ihr "Auskunft" erinnert mich an fuchsige Anrufer, die keinen Rat, sondern eine Auskunft möchten. Irgendwo haben sie nämlich mal gehört, dass der anwaltliche Rat Geld kostet. Eine Auskunft bewegt sich bei mir dann auf dem Niveau "Ja, Diebstahl ist strafbar."

    AntwortenLöschen
  8. Eine Referendarin25. Mai 2010 um 13:51

    Liebe RAin Braun,
    ich darf mich mal insgesamt kurz bei Ihnen beschweren, dass Ihr Blog mich seit Stunden vom Lernen abhält und gleichzeitig dafür bedanken, dass ich in diesen Stunden die "Lust auf Jura" wiederentdeckt habe. Das ist eigentlich auch viel wichtiger als die Lernerei. Also: Herzlichen Dank und bitte, bitte, weiter so!

    @engywuck
    Horst Evers hat zu "Menschen, die sich mit Computern auskennen", einen hervorragenden Text mit dem Titel "Jan" geschrieben. Diesen kann ich jedem ITler nur empfehlen, um uneinsichtigen Bekannten noobverständlich klaruzumachen, wie es ist, wenn man "sich eben mit Computern auskennt".

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Referendarin, vielen Dank. Das freut mich besonders, da Sie mit Horst Evers doch ausgzeichneten Geschmack in Sachen Lektüre beweisen. ;-)

    AntwortenLöschen
  10. Wenn die Ex-Klassenkameraden hartnäckig bleiben, einfach mal mit der Handtasche kommen, die es unmöglich macht Anwältin zu sein. ;-)

    AntwortenLöschen