Sonntag, 25. April 2010

Wahrsagerei

Der Mandant möchte beim ersten Besprechungstermin bitte exakt wissen, was ihn für eine Strafe erwartet. Ich müsse das doch wissen, ich sei doch Anwältin. Für ihn ist völlig unerheblich, dass ich bisher nicht einmal Akteneinsicht hatte.

Für solche Fälle haben manche Kollegen eine Kristallkugel. Ich werde mir nun auch eine anschaffen und dem Mandanten die Frage nach dem Verlauf und Ausgang des Verfahrens wie folgt beantworten:

"Oh, ich sehe Gefahr und Leid..Gitterstäbe..massive Gitterstäbe und Dunkelheit. Aber..halt..ich sehe auch eine Frau mit hellen Haaren und hellen Augen, sie kann Ihnen helfen. Aber..Moment..vorher sehe ich Geldscheine..sie werden der Frau mit den hellen Haaren übergeben."

Das wird super. Heute ist sicher auch irgendwo Flohmarkt, vielleicht finde ich einen ausgestopften Raben als Kanzlei-Dekoration.

Kommentare:

  1. http://www.ritualbedarf.de/p05130_kristallkugel_11_cm.html

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  2. Fragen Sie mal bei ihrem Kollegen aus Kreuzberg nach, der hat da Erfahrung.

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  3. Komplexes Thema. Eingeweide von Tieren scheiden aus, Kaffee mag ich nicht, die Kristallkugel ist irgendwie schon so verbreitet.
    Ich denke mal intensiv über Teeblätter nach.

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  4. Runenlegen lockt Klienten an, die man lieber nicht will, wie wäre es mit Tarotkarten? Die sind in vielen Farben und Zeichungen erhältlich. Und dann das Schild an der Tür: Die esoterische Kanzlei.

    Marc

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  5. @verwickeltes
    Hübsche Idee. Mein Mahnschreiben werden dann so aussehen:
    "Sie haben eine Leistung für sich in Anspruch genommen und weigern sich nun, den Ausgleich herbeizuführen. Sie schätzen damit die Arbeit und Aufmerksamkeit, die Ihnen entgegengebracht wurde, gering. Alles im Kosmos schwingt und bewegt sich und kehrt zurück. Wenn Sie sich weigern, diese Gesetzmäßigkeit zu achten, unterliegt die selbst erschaffene Resonanz alleine Ihrer Verantwortung. Alles kommt zu Ihnen zurück.

    Liebe Lichtgrüße"

    ;-)

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  6. An solchen Beiträgen erkennt man stets, dass Humor eine Angelegenheit ist, von der Volljuristen die Finger lassen sollten.

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