Montag, 5. April 2010

Keiner kommt

Hierbei handelt es sich um einen Gastbeitrag des Kollegen Nebgen aus Hamburg.

In einem früheren Posting in diesem Blog hat sich die Kollegin über das Angebot der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer lustig gemacht, etwaigen Besuchern der Kammerversammlung ein Anwaltsverzeichnis zur Belohnung in Aussicht zu stellen. Das ist gemein. Die Häme meine ich, nicht das Anwaltsverzeichnis.

So ein Anwaltsverzeichnis ist ein nützlich Ding, man findet dort Namen und Anschrift aller Kollegen, die bei Drucklegung in Hamburg zugelassen waren. Bei derzeit zwischen 40 und 60 Neuzulassungen im Monat muss man also davon ausgehen, dass das Verzeichnis bereits bei seiner Auslieferung veraltet ist. Und damit soll man Rechtsanwälte anlocken können?

Aufgrund des nach wie vor rasanten Anstiegs der Rechtsanwaltszahl gibt es in Hamburg derzeit etwa 9.100 Rechtsanwälte. Das ist einer für circa 265 Einwohner. Von diesen etwa 9.100 Rechtsanwälten, die von der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg (so heißt die mit vollem Namen) verwaltet werden, verirren sich in der Regel um die 100 in die jährliche Hauptversammlung, in der es immerhin um die anwaltliche Selbstverwaltung geht, also um das ureigene Interesse eines jeden Rechtsanwalts. Ohne die Selbstverwaltung müsste sich jeder Rechtsanwalt vom Staat kontrollieren lassen, was erklärtermaßen keiner will.

Aber deshalb einmal im Jahr für drei Stunden auf so eine Veranstaltung gehen? Das ist wirklich zu viel verlangt von einem vielbeschäftigen Rechtsanwalt. Vielleicht sollte man denen ein Anwaltsverzeichnis zukommen lassen, die NICHT auf der Kammerversammlung erscheinen.

Zur Strafe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen