Samstag, 17. April 2010

Gütetest

Der Kollege Nebgen berichtete mir jüngst von einem neuen Trend, dem Testmandat. Eine Mandantin hatte ihm erklärt, dass man Anwälte erst einmal mit einem kleinen Mandat "testen" müsse. Wenn die Sache dann erwartungsgemäß bearbeitet werde, dann könne man dem Anwalt auch "große" Mandate geben. Dies machten in ihrem Bekanntenkreis alle so

Im Klartext heißt das wohl so etwas wie:"Erst kriegt der Anwalt die Sache gegen die Telekom mit einem Streitwert von 34,12 Euro und wenn das gut läuft, dann die Geschichte mit der GEZ und dem Streitwert von 367,89 Euro."

Mir ist bewusst, dass es für Mandanten schwierig ist, die Qualität eines Anwaltes zu beurteilen. Dieses Problem werden Bewertungsportale und Rankings wohl nicht lösen können. Testmandate, an denen der Mandant vorher schon in Eigenregie rumgewurschtelt hat, sind sicher auch kein probates Mittel für den Gütetest.

Und wie soll das in Strafsachen aussehen? Mandant wartet mit dem Schwiegermuttermord und testet den Verteidiger erst einmal mit einer kleinen Strafsache (Beleidigung, Beförderungserschleichung etc.)?

Kommentare:

  1. Wenn ich mal dahinterkommen würde, dass ich gerade getestet werde, würde ich beim Mandanten testen, bis zu welcher Schmerzgrenze seine Honorarzahlungswilligkeit ausgereizt werden kann.

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  2. Ja, korrespondierend zum Anwaltstest muss es dann auch den Mandantentest geben. Ganz klar. ;-)

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  3. Könnte es sein, dass den Damen und Herren Organen der Rechtspflege die rechte Dienstleistungsmentalität abgeht?

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  4. Ob der Herr mit dem jüngsten Kommentar wohl im Supermarkt auch die rechte Dienstleistungsmentalität des Marktleiters testet, indem er beim ersten Einkauf die Ware umsonst mitnimmt? Dann nämlich könnte es sein, dass er die Dienstleistungsmentalität eines Rechtsanwaltes bald dringend benötigt...

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  5. Davon, dass das "Testmandat" ohne Vergütung abgewickelt werden soll, ist nicht die Rede.

    Insofern würde ich zu Ihnen schon einmal sagen: Gibt sich schon gar keine Mühe, den Sachverhalt zutreffend zu erfassen, Test deshalb nicht bestanden.

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  6. Interessant, dass der User "Herr" den von mir selbst mitgeteilten Sachverhalt besser zu kennen glaubt als ich selbst, aber sei es drum.
    Schauen Sie doch mal in meinen blog, ich blogge auch für Dienstleister... ;-) http://nebgen.blogspot.com/2010/04/ich-als-dienstleister.html

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