Freitag, 9. April 2010

Geiz ist geil

Gerne wird z.B hier (im Blog der Kollegin Rueber) über die geldgierigen und nicht empathischen Anwälte geschimpft. Das sind Vorwürfe, die ich nur bedingt nachvollziehen kann. Mir sind viele Kollegen bekannt, die keine überzogenen Gebühren verlangen und auch Dinge gar umsonst tun, wie z.B ehrenamtlich arbeiten. Abgesehen davon muss auch ein Anwalt Dinge wie Miete, Telefon und Strom bezahlen - von Personal mal ganz zu schweigen und will für seine Tätigkeit auch angemessen entlohnt werden.

Ich selbst bin ehrenamtlich bei der Öffentlichen Rechtsauskunft und bei dem Jugendrechtshaus Hamburg tätig. Eben rief ein Herr in der Kanzlei an, der irgendwie meinen Namen im Zusammenhang mit Ehrenamt und "kostenlos" gelesen hat und nun kostenlos beraten werden wollte.

Es hat mich eine Riesenmühe gekostet zu erklären, dass ich kostenlos nur eben im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit berate und ihn nicht in meinen Kanzleiräumen oder telefonisch während der normalen Arbeitszeit beraten werde. Der Herr war dann ziemlich mürrisch und unverständig.

Solche Anrufe kommen öfter mal vor, es standen auch schon Leute hier vor der Tür und verwechselten Ehrenamt mit normaler Tätigkeit. Manche dachten auch, dass ich grundsätzlich umsonst arbeiten würde und..keine Ahnung..von irgendeiner höheren Macht entlohnt werde. Mich wundert das. Ich gehe ja auch nicht davon aus, im Supermarkt umsonst einkaufen zu können.

Ich kann aber nicht länger drüber nachdenken, denn ich muss zum Polo und dann Geld zählen. ;-)

Kommentare:

  1. Na, wenn's nur für'n Polo reicht, und Ihr Kollege schon mit Muskelkraft zur Arbeit fährt, scheit das ja kein besonders einträglicher Beruf zu sein.

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  2. Doch wohl eher die Sportart oder? Schöner Sport...

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