Dienstag, 20. April 2010

Falscher Hase

Telefonische Mandatsanfrage.

Anrufer: "Mein Kaninchen ist tot, ich will Gerechtigkeit."
Ich: "Bitte? Was ist passiert?"
Anrufer. "Der Tierarzt hat einen Fehler gemacht und nun ist er tot. Ich hätte gerne einen Termin, ich will den Tierarzt nicht bezahlen und verklagen."
Ich: "Ja, Termin können Sie bekommen. Bringen Sie bitte einen Vorschuss und die Unterlagen mit, die Sie zu der Sache haben."
Anrufer: "Unterlagen habe ich nicht. Aber ich habe den Hasen hier. Er liegt auf Eis..."
Ich: "Ok. Den Hasen nicht mitbringen, nicht die Kühlkette unterbrechen. Hören Sie: nicht den Hasen mitbringen"

Anrufer vereinbart Termin, erscheint dann aber nicht. Wahrscheinlich hat er aus rein wirtschaftlichen Erwägungen einen neuen Mümmelmann erworben. So herzlos können Menschen sein. Dabei hatte der Anrufer doch zielsicher eine Anwältin ausgewählt, die Vegetarierin ist.

Für zukünftige ähnliche Mandate werden Rezeptvorschläge gerne angenommen.

Kommentare:

  1. Schalotten und Knoblauch schälen. Kaninchen in 8 Teile schneiden.
    Olivenöl in einem großen Bräter erhitzen und die Kaninchenteile von allen Seiten kräftig anbraten. Herausnehmen und mit Salz und Pfeffer würzen.
    Schalotten und Knoblauch im Bratfett glasig dünsten. Tomatenmark, Rosmarin, Thymian und Lorbeerblätter zufügen und mit Rotwein und Brühe ablöschen. Ca. 5 Minuten kräftig kochen lassen.

    Tomaten und Zucchini in Stücke schneiden.
    Kanichenteile, Tomaten, und Oliven in den Bräter geben, schließen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad ca.1 Stunde schmoren.
    Nach der Hälfte der Garzeit die Zucchinistücke zufügen. Kaninchentopf mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft herzhaft abschmecken.

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  2. Hm, lässt sich das Rezept als Beratung abrechnen? ;-)

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  3. Termin vereinbaren und dann weder absagen noch erscheinen - ein absolutes No Go! Passiert Ihnen sowas häufiger? Bei mir glücklicherweise (noch?) die absolute Ausnahme.

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  4. Bei mir ist das auch eher eine Ausnahme. Wer allerdings bei Erwähnung des Wortes "Vorschuss" nicht erscheint, mit dem hätte es mit großer Wahrscheinlichkeit auch später Ärger gegeben.

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  5. Och, so'n Karnickel kann man dochmal unter den Arm klemmen.

    Aber, wie ist das, Sie machen doch auch Pferderecht?

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  6. Im Restaurant würde ich niemals "Falscher Hase" bestellen. Es könnte sich ja auch um Nachbars Katze handeln, die zumindest nicht wahrheitswidrig deklariert auf dem Teller liegt.

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  7. @doppelfish
    Ja, das ist richtig. Von toten Pferden gab es bisher nur Obduktionsberichte. Und auch ein Pferdekopf wurde noch nicht an meine Tür genagelt. ;-)

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  8. Auch bei einem toten Kaninchen lässt sich in der Regel die Todesursache durch eine Obduktion ermitteln – aber die ist eben nicht umsonst zu haben und weist meistens auch noch aus, dass es eben doch nicht am Tierarzt lag, dass der Hase den Löffel noch vor der Pfanne abgegeben hat....

    Da gleichen sich wohl die Bilder – bekommt ein Mandant vor Gericht nicht Recht, lag´s am RA und verendet ein Tier trotz Bemühungen eines TA – lag´s halt an diesem. ;-)

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