Montag, 26. April 2010

Die drei K

Grundsätzlich leben Anwälte davon, dass sie Mandate annehmen. Manchmal bietet es sich aber an, eine Mandatsanfrage abzulehnen - weil "die Chemie nicht stimmt". Nachdenklich macht es mich z.B. immer, wenn jemand etwas von acht anderen Rechtsanwälten erzählt, die die Sache vergeigt haben und die nun verklagt werden.

Von meinem alten Ausbilder habe ich gelernt, dass es drei Möglichkeiten gibt, eine Mandatsanfrage negativ zu bescheiden.

1. Kohle

"Ja, ich nehme mich gerne Ihrer Sache an. Da es eine sehr schwierige Angelegenheit ist, möchte ich einen Vorschuss von 1000,00 Euro. Bringen Sie den bitte mit zum Termin."


2. Kapazität

"Tja...ich würde mich Ihrem Anliegen gerne annehmen..aber..ich habe da diese 78. Umfangsverfahren und kann Ihnen einen Termin erst am 09.07.2018 anbieten. Geht das bei Ihnen?"


3. Kompetenz

"Ui...das klingt nach einer Sache für einen echten Profi. Rechtsanwalt XY (Name eines verhassten Kollegen einsetzen), der hat schon haufenweise Sachen in dieser Art erfolgreich bearbeitet."

Kommentare:

  1. zu 1.: da fehlt einen "0", 1.000,00 ist gefährlich, bei 10.000,00 ist man auf der sicheren Seite!

    AntwortenLöschen
  2. Jaja, der Tipp ist ein paar Jahre alt und das war damals in einer Kleinstadt. Heute sollte man wohl wirklich 10.000,- sagen. ;-)

    AntwortenLöschen
  3. http://www.frag-einen-anwalt.de/Sektenkriminalität-__f99812.html
    "Ich würde daher empfehlen, dass Sie Ihr Problem einer Person Ihres Vertrauens schildern und sich einen Rat geben lassen. Dass hier eine rechtliche Vorgehensweise angezeigt sein könnte, halte ich für unwahrscheinlich."

    So umgeht man anscheinend geschickt, dem Mandaten selbst einen Nervenarzt empfehlen zu müssen ;-)

    AntwortenLöschen